Der Wirtschaftswunder-Gast im Aktienpodcast
Mit Milliarden-Exits im Biotech-Sektor, radikalen Visionen zur Langlebigkeit und kontroversen Initiativen wie den «Enhanced Games» zählt Christian Angermayer zu den schillerndsten Investoren Europas. Im beliebten Podcast «Alles auf Aktien» nahm der Gründer der Apeiron Investment Group Stellung zu drängenden Zukunftsfragen unserer Zeit – vom Umbruch des Arbeitsmarkts durch KI bis hin zum Wandel des Kapitalismus. Angermayer hielt sich vergangene Woche in Berlin auf und nahm an der Verleihung des Axel-Springer-Awards teil, den der umstrittene US-Investor Peter Thiel erhielt. Angermayer ist mit Thiel bekannt und hat auch geschäftliche Beziehungen zu ihm.
Ob Biotech, künstliche Intelligenz, Raumfahrt oder Gehirn-Chips: Der in Bayern geborene und in London sowie New York lebende Angermayer investiert mit seinem Family Office «Apeiron Investment Group» global in Schlüsseltechnologien der Zukunft. Zuletzt sorgte der Verkauf seiner Biotech-Beteiligung Atai Life Sciences an den Pharmariesen Eli Lilly für Schlagzeilen – ein Deal im Wert von knapp vier Milliarden US-Dollar.
Medizinische Revolutionen: Von Psychedelika bis Langlebigkeit
Angermayer gilt als Pionier bei der Erforschung und Kommerzialisierung medizinischer Psychedelika (wie Psilocybin) zur zielgerichteten Behandlung mentaler Erkrankungen wie Depressionen, Suchterkrankungen oder Essstörungen unter ärztlicher Aufsicht. Nicht minder für Aufsehen sorgt sein Projekt der «Enhanced Games»– ein Sportevent als Alternative zu den Olympischen Spielen, bei dem wissenschaftlich fundierte, von der US-Arzneimittelbehörde FDA zugelassene medizinische Leistungssteigerungen explizit erlaubt sind. Darüber hinaus überzeugt Angermayer die These der sogenannten «Longevity Escape Velocity»: Durch den exponentiellen medizinischen Fortschritt – beschleunigt durch künstliche Intelligenz – könnte die Menschheit in etwa zehn Jahren einen Punkt erreichen, an dem pro Jahr mehr als ein Jahr an gesunder Lebensspanne gewonnen wird.
Mensch und Maschine: Gehirn-Chips und der KI-Wandel
Ein weiteres Zukunftsfeld Angermayers sind Brain-Computer Interfaces (BCI), wie sie etwa vom Portfolio-Unternehmen BlackRock Neurotech entwickelt werden. Über im Gehirn platzierte Chips können Hirnsignale ausgelesen und in Computerbefehle oder Sprache übersetzt werden. Dies ermöglicht es beispielsweise im Endstadium befindlichen ALS-Patienten oder Schlaganfall-Betroffenen, wieder aktiv mit ihrer Umwelt zu kommunizieren.
Gleichzeitig blickt der Investor nüchtern auf die volkswirtschaftlichen Konsequenzen von KI und Robotik: Durch die rasante Automatisierung könnte der Bedarf an klassischer menschlicher Erwerbsarbeit in den nächsten Jahrzehnten drastisch sinken. Um gesellschaftlichen Wohlstand und soziale Stabilität zu sichern, bringt Angermayer Modelle wie eine Tokensteuer zur Finanzierung eines universellen Grundeinkommens ins Spiel.
Steht der Kapitalismus vor einem «Makeover»?
Trotz aller technologischen Risiken bleibt Angermayer ein überzeugter Verfechter westlicher Werte und freier Märkte. Dennoch prophezeit er, dass der exponentielle technologische Wandel in den kommenden 10 bis 15 Jahren sowohl den Kapitalismus als auch demokratische Strukturen vor fundamentale Anpassungsprozesse stellen wird. Wer Christian Angermayer live erleben und erfahren möchte, wie Investoren, Wirtschaft und Gesellschaft diesen historischen Übergang gestalten können, hat beim Event Wirtschaftswunder die Gelegenheit dazu.
Zur Podcastfolge mit Christian Angermayer
Infos zum Wirtschaftswunder vom 2. November 2026 mit Christian Angermayer, Sibylle Berg und Boris Palmer
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