• Paul SchlegelPaul Schlegel steht in der Kritik.
    Paul Schlegel steht in der Kritik.  (Elma Korac)

Wiga steht auf der Kippe

Im Werdenberg rumort es. Mehrere Gewerbevereine und deren Mitglieder wollen nicht an der Wiga teilnehmen, solange Paul Schlegel dieser vorsteht. Auch neue Verwaltungsräte konnten sie nicht besänftigen.

Die Werdenberger Industrie- und Gewerbeausstellung (Wiga) 2019 steht unter einem schlechten Stern. Das Vertrauensverhältnis zwischen den Gewerbevereinen und Messeleiter Paul Schlegel ist schwer angeschlagen. Zwar ist er der Forderung nach Veränderungen im Aktionariat nachgekommen und hat weitere Personen in den Verwaltungsrat ernannt. Doch auch diese Personen scheinen nicht genehm zu sein: «Sie stammen nicht aus der Region. Wieso müssen diese Personen von auswärts kommen?», fragt Rolf Pfeiffer, Präsident von «Wirtschaft Buchs» und Vertreter der Werdenberger Wirtschafts-Organisation (WWO). «Und uns sagen wie es geht? Da habe ich extrem Mühe damit.» Zudem seien es wohl Spezis von Schlegel. Pfeiffer macht keinen Hehl draus, dass die unrühmliche Vergangenheit von Schlegel bei seiner Kritik eine Rolle spielt. Im Sommer 2015 machte die «Weltwoche» publik, dass Schlegels Firmen in 45 Monaten 46-mal betrieben worden waren. Im Nachgang zog Schlegel seine Kandidatur für den Nationalrat zurück und legte sein Mandat als Kantonsrat ab.

Ultimatum der Verbände

«Wir haben das Gespräch mit Schlegel gesucht. Doch eine Vertrauensbasis konnte nicht geschaffen werden. Diverse Rechnungen haben in den letzten Jahren nicht gestimmt», so Pfeiffer. Zuletzt sei die Kommunikation nur noch über Medienmitteilungen und Zeitungsberichte gelaufen. Somit sei die Basis für eine Zusammenarbeit nicht mehr gegeben. Die Gewerbler ziehen die Konsequenzen daraus: «Wir werden nicht mit einen Gemeinschaftsstand von Wirtschaft Buchs an der Wiga präsent sein.»  Doch es kommt noch schlimmer: «Auch andere Gewerbevereine sowie deren Mitglieder sagten mir, dass sie auch nicht mit einem eigenen Stand an der Wiga präsent sein werden, solange Schlegel bei der Wiga die Finger im Spiel hat.» Somit fallen – stand heute – weitere  Gemeinschaftsstände für die Wiga aus.  Dass die Gewerbevereine der Messe fernbleiben, wird die Wiga finanziell spüren. «Wir leisteten jeweils im Voraus A-Konto-Zahlungen. Diese werden jetzt ausbleiben».  Da stellt sich die Frage, ob die Wiga 2019 überhaupt durchgeführt werden kann, wenn die grossen Gemeinschaftsstände der Gewerbevereine wegfallen. «Wir bedauern, dass es so weit kommen musste. Für uns ist aber klar: Solange Schlegel im Messeteam mitmischt, werden die Gewerbevereine die Messe boykottieren», sagt Pfeiffer. Viele Unternehmen würden ins selbe Horn stossen. 
Ganz anders sieht das Paul Schlegel. «Der WWO-Präsident Päuli Kohler bekam von Seiten der Wigab AG seit Mai 2018 mehrere Angebote für Gespräche», betont Schlegel. Päuli Kohler und Rolf Pfeiffer stellten sich demnach im Juli 2018 für 45 Minuten zur Verfügung, weitere Gespräche wurden laut Schlegel von ihrer Seite abgelehnt oder verschoben. «Dieses Verhalten lässt verschiedene Fragen offen», betont er. Schlegel sei gesprächsbereit und er wolle eine Lösung finden.

Schlegel will nicht abtreten

«Vor den Sommerferien gelangte der WWO an die Medien und rühmte die Messearbeit, aber Sie wünschten sich, dass die Finanzen nicht durch den Messeleiter geführt werden. Dieser Wunsch wurde erfüllt», betont Schlegel ebenfalls. Die Gewerbepräsidenten hätten die Möglichkeit gehabt, im Aktionariat und im VR mitzumachen, aber sie wollten Schlegel zufolge nicht. «Wir sind eine selbständige Unternehmung und besetzen den VR mit Personen, welche das notwendige Wissen und das gesuchte Netzwerk mitbringen». Das Aktienkapital wurde auf vier Personen aufgeteilt, behauptet Schlegel. Doch laut Handelsregister-Auszug ist er vorerst noch immer Alleinaktionär der Wigab AG. 

Für Schlegel sieht alles ohnehin nicht ganz so dramatisch aus. Gemeinschaftsstände gebe es an der kommenden Wiga auf jeden Fall. «Vielleicht nicht in der bekannten Form». Der Unternehmer hält sich bedeckt, ob die Wiga nur als kleinere Version stattfinden wird. Nur so viel: Die Grösse könne heute noch nicht bestimmt werden. «Es kann sein, dass sich die Ausstellerliste gegenüber den früheren Jahren etwas ändert». Er denkt auch gar nicht daran, die Wiga abzusagen oder gar von der Wiga zurückzuziehen – um des Frieden willen.  «Das ist kein Thema. Solche Entscheide liegen in der Kompetenz des Verwaltungsrates», betont er. Er zeigt sich selbstbewusst, dass er die Wiga ohne die Gelder der grossen Gemeinschaftsstände der Gewerbevereine finanzieren kann – obwohl ein sechsstelliger Betrag an Schulden besteht, wie Rolf Pfeiffer weiss. Daher bleibt das Ultimatum: Solange Schlegel bleibt, bleiben die Verbände der Wiga fern. (jeb)

06. Sep 2018 / 18:11
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