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Kameras für die Hofläden

Hofläden gewinnen wegen ihren frischen Produkten und Regionalität stets an Beliebtheit. Doch bringt dies auch Diebe auf den Plan, gerade bei Läden mit Selbstbedienung, etwas mitgehen zu lassen.

 

Diesen Frühling machte Andreas Giger vom Auhof in Sevelen in seinem Hofladen eine unschöne Entdeckung. Die Kasse wurde mit Werkzeugen demontiert und samt Bargeld mitgenommen. «Seit bald 30 Jahren betreibt meine Familie den Selbstbedienungsladen, was stets gut funktioniert hat und geschätzt wird», erzählt er. Nach diesem Vorfall hat er in seinem Laden eine Überwachungskamera installiert. «Seither versuchte nur eine Person, die Kasse mit dem Bargeld zu entwenden. Als sie aber die Kamera entdeckte, machte sie sich vom Acker», so der Landwirt. 

Alles mit den Kisten eingepackt
Für Andreas Giger ist es nicht das erste Mal, dass er bestohlen wurde. «Das war 2005, bevor wir uns einen Container für den Hofladen besorgten.»  Denn zuvor deponierte er das frische Gemüse in Kisten und die Kasse jeden Tag für den Verkauf am Kanal. Das ging so lange gut, bis über einen Zeitraum hinweg regelmässig ein Auto vorfuhr und die gesamte Ware einlud – inklusive Kisten. «Das konnten wir nicht mehr verantworten. Darum befindet sich unser kleiner Hofladen in der Nähe des Hauses in einem geschlossenen Raum – neu mit Überwachungskameras», berichtet Giger. Voller stolz erzählt er, da der Hofladen nicht bedient ist, dass er bereits vor den grossen Detailhändlern das Self-Scanning eingeführt habe. Wobei die meisten Leute sich ehrlich verhalten. «Wenn mal um einen Franken gemogelt wird, tut mir das nicht weh. Damit hätte ich eine Verkäuferin auch nicht bezahlen können», meint er. Denn so viel, um jemanden einzustellen, der die Kunden bediene, würde der Laden nicht abwerfen. Für ihn ist dies nun die perfekte Lösung und obwohl es vereinzelt Vorkommnisse gab, hält er daran fest. 

Mehrere Vorkommnisse
Jedoch gibt es auch Landwirte in der Region, die mit ihrem selbstbedienten Hofladen weniger Glück hatten als Andreas Giger und diesen wieder aufgaben. Marina und Reto Vetsch aus Grabs mussten beispielsweise erleben, wie ihr Hofladen trotz Überwachungskamera mehrfach geplündert wurde. «Wir hatten vermehrt festgestellt, dass der Bestand im Laden nicht mit den Etiketten der abgewogenen Mengen übereinstimmte», berichtet Marina Vetsch. Ein bedienter Laden wäre für sie und ihren Mann aber nie in Frage gekommen, denn das war  nicht in ihrem Sinne. «Es kam auch vor, dass die Kasse aufgebrochen wurde.» Solche Ereignisse seien mehrmals eingetreten. Der ausschlaggebende Diebstahl, welcher die zwei dazu veranlasste, den Hofladen endgültige zu schliessen, ereignete sich vor rund sieben Jahren: Die gesamte Kasse sei leergeräumt worden. «Auf das Gemüse konnte es der Dieb nicht abgesehen haben, denn zu diesem Zeitpunkt hatten wir gar keines im Laden», bemerkte Vetsch. Für sie und ihren Mann wurde durch die Vorfälle klar, dass es so keinen Sinn mehr habe. «Die Finanzen stimmten mit dem Zukauf nicht mehr überein», begründet sie den Beschluss, mit dem Hofladen aufzuhören.

Bei der Kantonspolizei St. Gallen sind in den vergangenen Jahren lediglich ein paar Anzeigen wegen Diebstahls in Hofläden eingegangen. «Bestimmt gibt es in diesem Bereich eine grosse Dunkelziffer», meint Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kapo St. Gallen. Polizeilich gesehen seien solche Fälle nicht gravierend, da es sich meist um niedrige Beträge handelt. «Es ist halt so eine Sache mit der Selbstbedienung», fährt er fort. «Ich habe mitbekommen, dass einige Hofläden nun Kameras installiert haben und dies auch kennzeichnen, um Diebe abzuschrecken.» Der in diesem Jahre jüngste gemeldete Fall bei der Kantonspolizei ist ein Eierdiebstahl. Dabei hält sich der Betrag jedoch sehr gering. Im Jahr 2017 gab es einen Diebstahl in einem Hofladen, an den sich Rezzoli sogleich erinnert, der von einem Weinlokal betrieben wird. Insgesamt zählte Rezzoli im vergangenen Jahr fünf Einträge von Diebstählen in Hofläden, wobei sich der Wert des Diebesgutes als gering beziffern liess. 

Meist bleibt etwas übrig
Ein weitaus grösserer Fall ereignete sich 2016 in Triesenberg, als laut der Landespolizei eine unbekannte Täterschaft in einen unverschlossenen Hofladen eindrang. Sie entwendete Bargeld und es entstand ein Vermögensschaden von fast mehreren hundert Franken. Erfahrungen mit Dieben machte auch Marc Schädler vom Lama- und Alpakahof in Triesenberg in seinem selbstbedienten Hofladen. Gleich zu Beginn, als er seinen Hofladen eröffnete, musste er die schmerzliche Erfahrung machen, dass dieser leergeräumt wurde. Danach installierte er Kameras. «Seit den Kameras ist es lediglich zu einem Vorfall gekommen und den haben wir auf Band», berichtet er von seinen Erfahrungen. Ansonsten seien aber die meisten Personen, die seinen Laden aufsuchen, ehrlich. «Wir rechnen zwar jeden Monat ab, aber das Geld nehmen wir regelmässig raus», erzählt er. «Meistens bleibt nach der Abrechnung sogar mehr übrig», freut er sich. Es käme auch vor, dass mal etwas weniger drin sei, aber das würde sich gleich im nächsten Monat wieder ausgleichen.  (ms)

27. Jul 2018 / 19:03
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