• Kommod, Ruggell
     (Tatjana Schnalzger)

Treuhand-Eklat in Ruggell

Die Lopag Trust ist schwer unter Beschuss: «The Independant», «Profil» sowie «Spiegel» werfen schweren Betrug und Veruntreuung vor. Im Zentrum steht ein Milliardenerbe. Die Lopag spricht von einer Medienkampagne.

Ruggell ist derzeit Schauplatz eines Krimis, der international für Schlagzeilen sorgt. Hauptdarsteller sind eine schwerreiche israelische Familie, das Ruggeller Treuhandunternehmen Lopag Trust sowie eine Milliarde Franken, die zwischen ihnen steht. Der für Liechtenstein delikate Fall wurde bereits von «The Independent», «Profil» und «Der Spiegel» aufgegriffen. 

2015 stirbt der millionenschwere israelische Rechtsanwalt Israel Perry, geboren 1942 als Igo Marian Friedmann im Krakauer Ghetto. Zu seinem Vermögen zählen Bankkonten, Unternehmensbeteiligungen, Immobilien, Kunstsammlungen, Antiquitäten, Edelmetalle und Schmuck. Insgesamt beläuft sich sein geschätzter Reichtum auf eine Milliarde Euro. Zur «Steueroptimierung», schreibt der «Der Spiegel», habe er sich bereits zu Lebzeiten dafür entschieden, sein Vermögen von Liechtenstein aus verwalten zu lassen. Und zwar in Form von Trusts. Das sind Vertragsverhältnisse zwischen einem Treugeber und einem Treuhänder, die die Übertragung und Verwaltung von Vermögen gegebenenfalls auch über den Tod hinaus regeln, wobei der Treuhänder mit weitestgehender Autonomie ausgestattet ist, auch gegenüber Begünstigten. Genau hier befindet sich der Ausgangspunkt des internationalen Nachlasskrimis.  

Schwere Vorwürfe gegen Lopag

Perry habe nämlich vor Jahren im Wesentlichen die Ruggeller Treuhandgesellschaft Lopag Trust, in personam Louis Oehri, und den renommierten Schweizer Rechtsanwalt Dieter Neupert damit beauftragt, sein gewaltiges Vermögen, das rund um den Globus verteilt sei, über seinen Tod hinaus zu verwalten. Die Angehörigen des Verstorbenen, die Töchter Tamar und Yael Perry sowie die Witwe Lilly Perry würden nun den Nachlassverwaltern vorwerfen, sie um ihr Erbe zu betrügen. Das österreichische Magazin «Profil» schreibt dazu: «Die Verantwortlichen sollen mehrfach Urkunden und Beweismittel gefälscht haben, um einerseits Treuhandvermögen unter ihre Kontrolle zu bringen und andererseits Behörden und Gerichte über die vermeintliche Rechtmässigkeit ihres Tuns zu täuschen.» Die Vorwürfe wiegen schwer und rücken die Lopag und damit verbunden Liechtenstein international ins Rampenlicht. Die Lopag wehrt sich aber gegen die heftigen Anschuldigungen: «Natürlich sind Nachkommen häufg nicht glücklich darüber, dass ihre Eltern, ihr Vater, ihre Mutter sich dazu entschlossen haben, Vermögen durch Treuhänder verwalten zu lassen anstatt es ihnen unmittelbar zu übertragen. Dies wird manchmal als Vertrauensentzug interpretiert, wobei die damit einhergehende Frustration auf den Treuhänder projiziert wird, der den Willen des Treugebers umzusetzen hat.» Hinsichtlich des Fälschungsvorwurfs stellt die Lopag klar, dass der bereits wieder zurückgenommen worden sei. An der Sache sei also nichts dran. Die Lopag sieht sich zu unrecht in den Schmutz gezogen: «Seit Jahren sehen wir uns diffamierenden Medienkampagnen ausgesetzt. Gegen uns werden Behauptungen aufgestellt, die - wie die Gerichtsentscheidungen zeigen - keinerlei Bezug zur Realität aufweisen.» Ungeachtet des Ausgangs des Konflikts: Die Reputation Liechtensteins nimmt Schaden. (rpm)

08. Jun 2019 / 06:00
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Citytrain
2 x 1 Familienticket für die «Städtletour» zu gewinnen.
13.05.2019
Facebook
Top