• PK Liechtensteinische Post AG in Schaan
    Roland Seger verdient fast 300 000 Franken jährlich.  (Daniel Schwendener)

300000 Franken im Jahr

Die Topsaläre bei den Staatsbetrieben sinken in Liechtenstein leicht. Die Spitzenverdiener arbeiten im Land bei der FMA, LLB, LKW und der Post.

Die Löhne in den Geschäftsleitungen der Staatsbetriebe sind zwar hoch, im Vergleich zu den Kaderlöhnen der Privatwirtschaft haben sie aber noch Potenzial noch oben. Je nach Perspektive stossen manche Gehälter dennoch seit Jahren auf Kritik, wie beispielsweise auch jene der Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht (FMA). Bei den Löhnen in der Geschäftsleitung der FMA müsse eine rote Linie gezogen werden, forderte schon so mancher Politiker in der Vergangenheit. Die Geschäftsleitungslöhne der FMA übersteigen jene der Regierung, die Regierungsräte verdienen weniger als 300 000 Franken und nur der Regierungschef liegt knapp über dieser Marke.

Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Landtags hatte bei der Regierung eine Liste aller Löhne von Geschäftsleitungsmitgliedern der öffentlich-rechtlichen Unternehmen im Land angefordert, um diese zu prüfen. Das ist nun fast ein ganzes Jahr her. Seitdem hat sich nicht viel vorwärts bewegt, das Thema sei noch nicht abgeschlossen. «Da die Sitzungen der GPK vertraulich sind, können wir keine Auskunft über den Inhalt und den Stand von Geschäften zwischen der Regierung und der GPK geben», heisst es vonseiten der Regierung auf Anfrage.

1,9 Millionen Franken für FMA-Löhne
Ob eine solche Liste und Überprüfung überhaupt nötig ist, lässt sich wohl nur von der GPK beantworten. Fest steht: Die Löhne sind im vergangenen Jahr nicht gestiegen. Die Bruttobezüge der Mitglieder der Geschäftsleitung im Geschäftsjahr 2019 beliefen sich bei der FMA auf 1,9 Millionen Franken –ohne Sozialaufwand. Sechs Mitglieder gibt es, die durchschnittlich also über 300 000 Franken verdienen. Im Vergleich dazu: Der Chef der Schweizer Finanzmarktaufsicht, Mark Branson, verdient im Jahr 552 510 Franken. Allerdings: Wettbewerb herrscht auch auf den Führungs- und Fachkräftemärkten, auf welchen Personalmangel besteht.

Post-Chef verdient fast 300 000 Franken
Ein Blick in die aktuellen Geschäfts-berichte der Staatsbetriebe zeigt, dass die Löhne sehr unterschiedlich ausfallen. Die Gesamtbezüge des Geschäftsleiters der liechtensteinischen Post, Roland Seger, betrugen im vergangenen Jahr 298 000 Franken und sanken damit leicht unter die 300 000er-Marke. Bei der Telecom hingegen sieht es etwas anders aus. Die Geschäftsleitung zählte während des vergangenen Jahres fünf Mitglieder. «Deren Gesamtbezüge für 2019 betragen knapp eine Million Franken», heisst es da im Geschäftsbericht der Telecom. Das wären pro Mitglied durchschnittlich nur knapp 200 000 Franken. Wobei der Lohn des Geschäftsführers – wie bei allen Betrieben – wohl deutlich nach oben ausschlagen dürfte. Zudem gibt es noch eine variable Vergütung.

Telecom reduziert auf drei GL-Mitglieder
Der Verwaltungsrat hat im Juni 2019 vor dem Hintergrund der laufenden Transformation entschieden, die Geschäftsleitung von fünf auf drei Mitglieder zu reduzieren. Die Anpassung der Organisation hat sich im Berichtsjahr aufgrund der laufenden Verträge finanziell noch nicht ausgewirkt. «Ab dem Jahr 2020 wird dieser Entscheid entsprechende Synergieeffekte und finanzielle Einsparungen bringen», schreibt das Unternehmen in seinem aktuellen Geschäftsbericht.

Die Geschicke der Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) leiten drei Mitglieder der Konzernleitung. Sie haben alle zusammen im vergangenen Jahr 921 000 Franken verdient und liegen damit im Durchschnitt auch bei 300 000 Franken. Auch hier sind die Lohnkosten leicht gesunken. Das Gefälle unter den Staatsbetrieben ist aber gross. Ganz anders sieht es bei der LLB aus. In der Finanzbranche sind die Löhne bekanntlich deutlich höher. So verwundert es wohl kaum, dass die Konzernleitung der Landesbank für das Geschäftsjahr 2019 mehr als 6,9 Millionen Franken kostete. Die sechs GL-Mitglieder erhielten zusammen eine fixe Vergütung in Höhe von 3,5 Millionen Franken und eine variable in Höhe von 800 000 Franken, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht.

Löhne in der Schweiz bei einer Million als Obergrenze
In der Schweiz sind die Löhne der Staatsbetriebe dabei deutlich höher. Die Topsaläre bei Betrieben des Schweizer Bundes werden für das vergangene Jahr zwar erst im Juni im Form des Kaderlohnreportings veröffentlicht. Doch ein Blick auf das Jahr 2018 zeigt: Zum ersten Mal seit Langem hat der bestverdienende Spitzenkader weniger als eine Million Franken verdient. Dabei handelte es sich um den Chef der SBB, der noch 987 442 Franken erhielt. Die Post-Chefin, die mittlerweile nicht mehr im Amt ist, verdiente 2018 knapp eine Million Franken.

In der Schweiz soll das auch so bleiben und daher gibt es konkrete Pläne: Zur Umsetzung der parlamentarischen Initiative «Angemessene Bezüge und Stopp der Lohnexzesse bei den Bundes- und bundesnahen Unternehmen» hat die staatspolitische Kommission des Nationalrats eine Vorlage erarbeitet und bereits Ende Februar in die Vernehmlassung geschickt. Für die Gehälter der Manager und Verwaltungsräte von SBB, Ruag, Suva, SRG SSR, Post und Swisscom soll eine Obergrenze von einer Million Franken gelten. (dal)

29. Mai 2020 / 09:52
Geteilt: x
2 KOMMENTARE
neidig?
Wenn die Leistung stimmt, dann sollen die Topmanager auch recht verdienen.
Leider werden die Zielvorgaben und deren Erreichung nicht beurteilt.
Also, was soll diese sinnlose Schreiberei über die Löhne???
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 30.05.2020 Antworten Melden
Kein Neid
Aber Fakt ist, dass diese sogenannten Manager abnormale Summen kassieren, da sie anscheinend eine gewaltige Verantwortung zu tragen haben. Wenn dann jedoch etwas schief läuft, werden diese entlassen und erhalten dann auch noch eine Abgangsentschädigung, ohne irgend welche Verantwortung übernehmen zu müssen. Ich jedenfalls kenne keinen Manager, welcher dann auch wirklich zur Verantwortung gezogen wurde. Auch bei unserer Post. Erinnern Sie sich an die Herren Rüdisser und Güntensperger? Wobei Herr Güntensperger Verwaltungsrat war, jedoch mit finanzieller Entschädigung!!!
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 30.05.2020 Antworten Melden

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