• Jennifer Donatsch, Schaan
    Jennifer Donatsch vom Restaurant «Scanaua» in Schaan,  (Tatjana Schnalzger)

«Scanaua»-Chefin: «Hätte nicht mit so viel Zulauf gerechnet»

Jennifer Donatsch führt seit zwei Monaten ihren eigenen Gastrobetrieb «Scanaua» in Schaan. Im Interview spricht die Schaanerin über den Schritt in die Selbstständigkeit, die Anfangszeit sowie die Besonderheiten des Unternehmens. Ihre Freizeit nutzt sie fürs Shoppen und Reisen. Alle zwei Jahre zieht es sie nach Thailand.

Frau Donatsch, wie sind Sie denn ursprünglich zur Gastronomie gekommen?
Ich absolvierte eine Lehre bei der Post in Schaan. Nach Abschluss der Ausbildung wechselte ich dann in den Gastro-Service: «Cuba Club», «Black Pearl» und dann «Central». Im «Central» war ich zuletzt als Geschäftsführerin tätig. Jetzt sind es bereits elf Jahre, seit ich in der Gastronomie arbeite. 

Was reizt Sie so an der Gastrobranche?
Ich schätze den Kontakt mit ganz unterschiedlichen Menschen. Im persönlichen Gespräch entdeckt man oftmals sehr interessante Seiten am Gegenüber. Damit kann man auch selbst immer wieder etwas dazulernen. Natürlich gehört auch der konstruktive Umgang mit Kritik dazu. Man lernt, mit Menschen umzugehen. 

Und jetzt haben Sie vor zwei Monaten mit dem Restaurant «Scanaua» den Schritt in die Selbständigkeit gewagt.
Ja, ich habe mir meine Sporen eigentlich schon im «Central» als Geschäftsführerin abverdient. Insofern ist mir der Schritt in die Selbstständigkeit nicht mehr schwergefallen. Natürlich steht jetzt die gesamte Planung mit Bar und Restaurant an, die wesentlich ausführlicher ist, aber im Kern ist es die diesselbe Tätigkeit geblieben. Von meinem Konzept war ich von Anfang an überzeugt.

Trotzdem ist das «Beizensterben» auch in Liechtenstein längst Realität. Und Sie eröffnen nun ausgerechnet in dieser Zeit ein eigenes Restaurant. 
Ich liege mit meinem Lokal voll im Trend. Von St. Gallen bis nach Chur gibt es nicht Vergleichbares. Die Kombination aus urchig und trendig ist genau mein Ding. Ich hebe mich von der Konkurrenz mit saisonalen und regionalen Gerichten ab. Wir kaufen hier ausschliesslich Liechtensteiner und Schweizer Produkte ein. Der Lachs stammt aus einer Tessiner Zucht, die Nudeln und das Brot machen wir selber. Mittags kooperieren wir mit der Bäckerei Wanger. Wir versuchen insgesamt, soviel wie möglich selber herzustellen. 

Können Sie schon ein erstes Fazit ziehen? Wie läuft das Geschäft?
Bislang bin ich sehr zufrieden. Mit diesem grossen Zulauf gleich zu Beginn hätte ich so eigentlich nicht gerechnet. Das Konzept des Restaurants erlaubt viel Spielraum. Wir können mühelos von heimischen Gerichten zu asiatischen wechseln. Ich lasse meinen Köchen hier für gewöhnlich ganz freie Hand. 

Was halten Sie vom Standort Schaan?
Mit dieser Location im Zentrum von Schaan habe ich einen Glückstreffer gelandet. Der Ort ist belebt und Schaan ist natürlich auch meine Heimat. Ich fühle mich hier also pudelwohl. 

Was bedeutet der Name «Scanaua»?
Der Name des Restaurants hängt damit zusammen, dass die Gemeinde Schaan im Jahr 842 n. Chr. als «Scana» und «Scanaua» bezeichnet wurde. Erst in späteren Jahrhunderten entwickelten sich andere Schreibweisen. Vermutlich ist der Begriff vorromanischen Ursprungs und bezieht sich auf die Lage am Rhein. Demnach lag Schaan bereits in der Römerzeit an einer wichtigen Transitroute. 

Wie gross ist Ihr Team?
Das Team besteht aus fünf Personen, zwei davon arbeiten als Köche. 

Welche Ziele verfolgen Sie?
Ich möchte natürlich in erster Linie diesen Anfangserfolg beibehalten können und eine Bereicherung für 
die Schaaner Gastronomieszene dar­stellen. 

Wie nutzen Sie Ihre Freizeit?
Im Moment bleibt nicht viel Zeit für Hobbys übrig. Aber wenn möglich, gehe ich shoppen. Sport zählt leider nicht zu meinen Lieblingstätigkeiten, ich habe genug Bewegung im Geschäft. 

Was empfinden Sie denn als stillos?
Ich pflege meinen ganz eigenen Kleidungsstil, respektiere aber auch alle anderen. Als stillos würde ich eigentlich niemanden bezeichnen.

Sie tragen auch Tattoos.
Ja, eines hat mir meine Freundin Ela Berger auf den Unterarm gestochen. Ich habe mich für einen Elefanten entschieden, weil ich als Patin einen Elefanten in Thailand unterstütze. Elefanten zählen zu meinen Lieblingstieren und gelten in Asien als Glückssymbole. 

Was verbindet Sie mit Thailand?
Meine Mutter ist eine Thailänderin, mein Vater stammt aus der Schweiz. Jedes zweite Jahr versuche ich, nach Thailand zu reisen. Reisen unternehme ich generell gerne. Sobald ich Zeit finde, bin ich unterwegs und hole mir Inspirationen für die Gastronomie. (rpm)

02. Dez 2019 / 13:43
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
12. Dezember 2019 / 09:06
12. Dezember 2019 / 08:48
12. Dezember 2019 / 13:47
12. Dezember 2019 / 16:26
Aktuell
12. Dezember 2019 / 16:26
12. Dezember 2019 / 16:02
12. Dezember 2019 / 15:50
12. Dezember 2019 / 15:17
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Udo Jürgens Story
Zu gewinnen 5 x 2 Karten zur "Die Udo Jürgens Story", am Donnerstag, 26. März um 19 Uhr im SAL in Schaan
27.11.2019
Facebook
Top