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    Ein Zusteller liefert die bestellte Ware direkt vor die Haustür.  (GAETAN BALLY)

Wenn der Pöstler plötzlich Geld verlangt

Bei der Lieferung von bestellten Artikeln aus ausländischen Online-Shops ist für Kunden aus Liechtenstein oft mit Zusatzkosten zu rechnen.

Der Paketbote klingelt an der Haustür. Das im ausländischen Onlineshop bestellte Fasnachtskostüm wird endlich geliefert. «Star Wars» soll es in diesem Jahr sein. Bereits letzte Woche sind aus einem anderen Onlineshop die Perücke von «Prinzessin Leia», sowie zwei «Lichtschwerte» völlig unkompliziert und ohne Versandkosten oder sonstige Gebühren geliefert worden. 

Heute, als das «Chewbacca»-Kostüm ankommt, ist es aber anders: Für die erbrachten Dienstleistungen fordert der Kurier 24 Franken an Einfuhrgebühren. Dabei war der Versand des Kostüms schon nicht portofrei, und Mehrwertsteuer hatte der Anbieter für das Kostüm auch noch zusätzlich verlangt. Das Fell von «Chewbacca» fällt unter dem Strich deutlich teurer aus, als ursprünglich angenommen. Aber weshalb? Und wie lassen sich zusätzliche Kosten beim Onlineshopping umgehen? 

Unwissen über Kosten 
Die Antwort darauf weiss Zollexperte Reto Hermann vom Betriebszentrum der Liechtensteinischen Post in Schaan. Ob der Bote an der Haustür noch zusätzliche Gebühren verlangt, hängt vom Warenwert ab.

Beträgt er bis 65 Franken, liefert die Post im Warenverkehr gebührenfrei. «Der Warenwert setzt sich aus dem angegebenen Kaufpreis und den Portokosten der Ware, vom Versender bis zu Haustür, zusammen», erklärt Hermann. Bleibt die Summe unter der magischen 65-Franken-Grenze, kommen keine weiteren Kosten dazu. Fällt der Betrag aber höher aus, fallen Gebühren an, die sich aus Zollgebühren, Mehrwertsteuer und der Dienstleistung, welche die Post erbringt, zusammensetzen (siehe Tabelle). Als Faustregel gilt: Übernimmt ein privater Spediteur wie etwa DHL die Einfuhr, fallen meist höhere Kosten an als beim Postversand. 

Viele Liechtensteiner und Schweizer würden beim Online-Einkauf zudem den Fehler machen, nicht auf die lokale Umsatzsteuer zu achten, die im Endpreis mit eingerechnet werde, sagt Hermann. Dieser Endpreis wird meist erst am Ende des Checkout-Prozesses beim Onlineshopping ersichtlich. «Dies kann dazu führen, dass der Warenpreis von 65 Franken unnötig überschritten wird, zum anderen wird dadurch die doppelte Mehrwertsteuer bezahlt.»

Am besten vorher informieren
Bekannt für eine solche Vorgehensweise sei beispielsweise der Anbieter Amazon. Andere Verkäufer hingegen haben mit der Post eine Vereinbarung getroffen, wodurch ihre Pakete wie «Inlandversand» behandelt werden. Für den Liechtensteiner Käufer ist es deshalb empfehlenswert, sich direkt beim Versender zu informieren. Nur den Angaben auf der Webseite zu vertrauen, kann nach hinten losgehen, da verschiedene Anbieter gerne etwas versprechen, was sie nicht einhalten können. Bemerkt der Käufer zu spät, dass er unnötige Kosten bezahlt hat, sollte er den Mehraufwand beim Verkäufer zurückzufordern. 

Ein weiterer Faktor, der für hohe Kosten bei der Einfuhr von Kleidungsstücken – wie etwa bei den besagten Fasnachtskostümen – sorgen kann, erklärt der Zollexperte durch den hohen Zollansatz, der bei einigen Textilien bis zu 814 Franken pro 100 Kilogramm betragen kann.
Dass bei der ersten Lieferung von Perücke und Lichtschwertern keine Zusatzkosten fällig wurden, bei der zweiten Lieferung des Fellkostüms aber schon, liegt also an verschiedenen Faktoren. Der erste Versender hatte einen Vertrag mit der Post – die Ware galt dadurch als «Inlandversand» – der zweite jedoch nicht. Zudem war der Warenwert beim «Chewbacca»-Kostüm mit den angerechneten Versandkosten höher als 65 Franken und das Paket wog etwa drei Kilo. Darum musste der Käufer neben den Versandkosten und Zustellungsgebühren noch zusätzliche Einfuhrgebühren von 24 Franken bezahlen.

Reiseverkehr versus Warenverkehr 
Um solche Gebühren zu vermeiden, greifen Onlineshop-Kunden aus der Region oft zu einem Trick: Sie lassen sich ihr Paket aus dem Ausland mittels Postfach oder einer privaten Lieferadresse an die Grenze liefern und holen es dann dort selbst ab. «Dadurch ändert sich der Warenverkehr zum Reiseverkehr», erklärt Zollexperte Hermann. Die Reiseverkehr-
Variante sei beim Import nach Liechtenstein bei Privatpersonen sehr verbreitet. 
Als Reiseverkehr wird die mitgeführte Ware einer reisenden Person beim Grenzübertritt bezeichnet – im Gegensatz zum Warenverkehr, zu dem die Ware zählt, die mithilfe der Post oder einem privaten Spediteur importiert wird. Wichtiger Unterschied dabei sind die unterschiedlichen Freigrenzen beim Import der Ware. Im Klartext bedeutet dies, dass der Konsument Ware im Wert bis zu 300 Franken über die Grenze führen kann, ohne für diese Einfuhrsteuern bezahlen zu müssen. Zudem kann der Empfänger mittels Reiseverkehr die bereits bezahlte ausländische Umsatzsteuer zurückfordern.

24. Jan 2020 / 14:56
Geteilt: x
1 KOMMENTAR
Grenzpacket
Und alles ist transparent. Sehr zu empfehlen.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 25.01.2020 Antworten Melden

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