•  (Daniel Schwendener)

Millionenbetrug: Richter mussten erneut entscheiden

Mitte Oktober ist ein ehemaliger Präsident des Strafgerichtshofs wegen Untreue, gewerbsmässigen Betruges, Veruntreuung und Geldwäscherei zu weiteren zwei und damit insgesamt zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Für die Staatsanwaltschaft war die Strafe zu milde. Das Fürstliche Obergericht hatte heute zu entscheiden, ob das Strafmass streng genug ist.

Mit einer Deliktsumme von über 40 Millionen Franken erlebt Liechtenstein einer seiner grössten Betrugs- und Veruntreuungsfälle. Insgesamt 30 Geschädigte gibt es in dem Fall von Wirtschaftskriminalität. Der Liechtensteiner Treuhänder wurde im zweiten Teilverfahren im Oktober zu weiteren 2 Jahren Haft verurteilt. Insgesamt soll er damit 8 Jahre hinter Gitter. Der maximale Strafrahmen hätte bei zehn Jahren liegen können.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine höhere Strafe und ging in Berufung, weil sie der Meinung ist, dass in diesem aussergewöhnlichen Fall die Strafe zu milde ist. Sie argumentierte mit dem sehr hohen Schaden, der die Wertqualifikation des § 147 Abs. 3 StGB um das hundertzwanzigfache übersteigt, mit dem langen Tatzeitraum von 6 Jahren und dem Umstand, dass der Angeklagte das ihm aufgrund seiner besonderen Stellung im Land entgegengebrachte Vertrauen in mehreren Fällen zur Tatbegehung zunutze gemacht hat.

In der heutigen Berufungsverhandlung sah das Fürstliche Obergericht dennoch keinen Grund, das Strafmass zu erhöhen. Das Urteil sei angemessen und auch die Erschwerungsgründe seien ausreichend berücksichtigt worden. (red)

05. Feb 2019 / 15:40
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