• Viele der in Deutschland ungeliebten Diesel-Gebrauchtwagen finden nun in Mittelost- und Südosteuropa eine neue Verwendung - zum Leidwesen von Umweltschützern. (Symbolbild)
    Klagen gegen Volkswagen gibt es auch aus Liechtenstein.  (KEYSTONE/EPA DPA/KARL-JOSEF HILDENBRAND)

Kläger gegen VW brauchen Geduld

Ein Liechtensteiner Anwalt klagt für VW-Kunden auf Schadenersatz.

In der Schweiz, Deutschland und Österreich laufen derzeit Klagen gegen Volkswagen, weil der Konzern Autos mit manipulierten Dieselmotoren verkauft hat. Am Montag begann vor dem Oberlandesgericht Braunschweig in Deutschland das Musterverfahren, mit dem 450 000 VW-Kunden Anspruch auf Schadenersatz durchsetzen wollen. Beobachter sprechen von einem historischen Verfahren, da durch dieses neue Instrument tausende Streitfälle gebündelt werden können.

Schaaner Kanzlei führt Klage gegen VW an
Auch in der Schweiz laufen Klagen gegen VW, welche die Liechtensteiner Kanzlei Schwärzler Rechtsanwälte in Schaan für die Stiftung für Konsumentenschutz gegen VW und die Generalimporteurin Amag führt. Angeführt wird der Kampf von Rechtsanwalt Alexander Amann. «Die Schadenersatzklage befindet sich im Stadium der Zulässigkeitsprüfung», erklärt Amann, der VW für den Dieselskandal zur Verantwortung ziehen will. Es geht vor allem um die internationale und örtliche Zuständigkeit der Klage. Aufgrund der 6000 Ansprüche muss diese für jeden einzeln geprüft werden. «Das nimmt immens Zeit in Anspruch», erklärt der Jurist. 

Auch Liechtensteiner klagen gegen Volkswagen
Betroffen sind laut Amann 175 000 Fahrzeuge in der Schweiz und Liechtenstein bei einem durchschnittlichen Schaden von 5000 Franken. «So kumuliert sich das auf einen gesamten Schaden von 875 Millionen Franken».  In der Schweiz und Liechtenstein gab es bis jetzt keine Folgen – denn im Gegensatz zu den USA gibt es hier keine Sammelklagen und Pauschalentschädigungen. Trotzdem sollen Kläger zu ihrem Recht kommen. An die Klage von Amann und der Stiftung Konsumentenschutz haben sich auch Liechtensteiner angeschlossen. Der Schaaner Anwalt geht davon aus, dass es noch im Herbst oder spätestens bis Ende des Jahres eine erste Entscheidung vom Handelsgericht in Zürich geben wird. «Sei es nur, dass bei gewissen Einzelfällen noch eine zusätzliche Beweisaufnahme gefordert wird». Seine favorisierte Lösung für den Gerichtsstand sei die Schweiz. Der Heimatgerichtsstand in Braunschweig sei eher kritisch zu würdigen. Es sei zu befürchten, dass ein Urteil dort eher zugunsten von VW ausfallen könnte. Liechtensteiner und Schweizer, welche sich an dem Musterverfahren in Deutschland angeschlossen haben, dürften schlechte Karten haben. Das Oberlandesgericht in Braunschweig betonte bereits, dass Schadensersatzansprüche von Verbrauchern mit einem Auslandsbezug nicht unter das deutsche Schadensersatzrecht fallen könnte. Geschädigte in der Schweiz und Liechtenstein haben seit einigen Tagen auch die Möglichkeit, sich der laufenden Strafuntersuchung in der Schweiz als Privatkläger der Bundesanwaltschaft beteiligen. Dafür müssen sie lediglich ein Formular ausfüllen. Bis einzelne Kläger in Deutschland, Schweiz und Liechtenstein nach einem Urteil tatsächlich Geld sehen könnten, wird wohl noch einige Zeit dauern. (dal)

30. Sep 2019 / 20:30
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