• PAKISTAN DAILY LIFE
    Jedes Jahr generiert moderne Sklaverei und Menschenhandel einen Profit von 150 Milliarden Dollar.  (MUHAMMED MUHEISEN)

Liechtenstein kämpft gegen Sklaverei

Der Finanzplatz Liechtenstein soll dazu beitragen moderne Sklaverei zu beenden. Daher hat die Regierung eine Finanzsektor-Kommission einberufen, um moderne Sklaverei und Menschenhandel zu bekämpfen: denn die Finanzinstitutionen könnten mehr tun.

Obwohl Sklaverei weltweit verboten ist, leben heute über 40 Millionen Menschen in Knechtschaft, werden in Zwangsarbeit ausgenutzt oder leiden unter einer Form der Leibeigenschaft.  Moderne Sklaverei und Menschenhandel generieren laut Schätzung der Internationalen Arbeitsorganisation der UN jedes Jahr 150 Milliarden Dollar an illegalem Profit. Am prekärsten ist die Situation in Nordkorea, wo jeder zehnte Einwohner Zwangsarbeit leisten muss. Dahinter folgen unter anderem Eritrea, Burundi, Afghanistan und die Zentralafrikanische Republik. In der Schweiz leben laut Schätzungen 14 000 Menschen in moderner Sklaverei. Am meisten Opfer konnten in den letzten Jahren in im Bereich der Prostitution identifiziert werden.

Auch in Liechtenstein sind die Konsumenten in den Bereichen Ernährung, Bekleidung und Telekommunikation indirekt von moderner Sklaverei und Menschenhandel betroffen. Mit der Verabschiedung der UNO-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung hat die Staatengemeinschaft vereinbart, wirkungsvolle Massnahmen zur Bekämpfung von moderner Sklaverei und Menschenhandel bis zum Jahr 2030 umzusetzen. Die Rolle der internationalen Finanzinstitutionen stehen dabei in Fokus. Die UN ist überzeugt, sie könnten mehr tun, um Finanzströme aufzuspüren und zu stoppen.

Initiative in Liechtenstein

Neben anderen Ländern hat auch die liechtensteinische Regierung eine Finanzsektorkommission zur Bekämpfung von moderner Sklaverei und Menschenhandel einberufen. Nachdem das erste internationale Treffen der Kommission im September 2018 in New York stattgefunden hat, konzentriert sich das zweite Treffen kommende Woche in Liechtenstein auf verantwortungsvolles Investieren. Die Schirmherrschaft haben neben Regierungsrätin Aurelia Frick die australische Aussenministerin Marise Payne und Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunnus aus Bangladesch. «Ich fühle mich sehr geehrt, Teil dieser Initiative zu sein. Eine Ursache dieser Verbrechen sind die extreme Profitgier. Soziales Unternehmertum kann die Grundursache für die meisten dieser Verbrechen beseitigen», erklärt der Nobelpreisträger. Diese Initiative ermögliche es ihm, seine Erfahrungen und Gedanken einzubringen, um das schändlichste Problem der Menschen anzugehen. Finanzplätze mit hohem Bankgeheimnis haben in der Vergangenheit Tür und Tor offen lassen für Geldwäsche und Verschleierung. Der Finanzsektor kann auf unterschiedliche Weise mit moderner Sklaverei und Menschenhandel in Verbindung gebracht werden. Dies kann beispielsweise durch den Umgang mit Geldern geschehen, die aus solchen Praktiken erwirtschaftet werden, oder die Finanzierung von Waren und Dienstleistungen, in deren Lieferketten moderne Sklaverei oder Menschenhandel vorkommen. Weil der globale Finanzsektor Missbrauch erkennen kann, ist dieser bei dieser Bekämpfung essenziell.

Ziel der «Liechtenstein-Initiative» ist es, einen Massnahmenkatalog auszuarbeiten, welcher den globalen Finanzsektor in den Mittelpunkt der weltweiten Bemühungen stellt. Dieser Katalog soll nicht nur dazu dienen, gegen diejenigen vorzugehen, die sich illegal und auf Kosten anderer bereichern. Auch Empfehlungen an Finanzinstitute werden erarbeitet, wie sie sich gegen Investitionen und diese Geschäfte schützen können.

Die LGT will als Mitglied der Initiative in Liechtenstein ihren Beitrag leisten. Prinz Max von und zu Liechtenstein erklärt: «Im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie wollen wir einen konkreten Beitrag zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele der UNO in Liechtenstein leisten». Er erwartet konkrete Massnahmen für Banken, Asset Managern, Regulatoren, Geldtransfergesellschaften, was mittelfristig zu allgemein verbindlichen und umsetzbaren Regeln führen sollte.

Auch der Bankenverband in Liechtenstein unterstützt die Initiative. Hans-Werner Gassner, Präsident des LBV, weiss: «Der Finanzsektor trägt eine enorme Verantwortung und kann eine wichtige Rolle bei der Bewältigung dieses ernsten Problems spielen sowie die Erreichung der SDGs unterstützen.» Es sei von entscheidender Bedeutung, den Sektor bei der Aufdeckung und Unterbrechung von solchen Finanzströmen im Zusammenhang und Einklang mit den jeweiligen Forderungen des UN-Sicherheitsrates sowie dem Engagement der G20 zu stärken, indem eine effektive Unternehmensprüfung über globale Wertschöpfungsketten sichergestellt wird.

Jean Baderschneider vom «Global Fund to End Modern Slavery» konzentriert sich als Mitglied der Kommission auf den Aufbau und die Umsetzung einer Strategie in Partnerschaft mit Regierungen und dem Privatsektor, um die Sklaverei zu beenden und sie wirtschaftlich unrentabel zu machen. «Diese Initiative ist der Schlüssel zum Aufbau einer Zusammenarbeit und zur Definition einer klaren Handlungsstrategie zur Erreichung meines Ziels.» (dal)

09. Jan 2019 / 14:00
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