• Noser Fashion, Vaduz
    Der Kaffee perlt vom Hemd des Liechtensteiner Start-ups «Noser Fashion» ab.  (Tatjana Schnalzger)

Innovatives Hemd aus Vaduz

Start-up Seit einem Jahr arbeitet Stephan Noser an einem weissen Hemd, dem Kaffee, Wein sowie andere Fleckenverursacher nichts anhaben können. Mit seinem Konzept hat es der Liechtensteiner ins Finale der dritten Man’s-World-Start-up-Challenge geschafft.

Ein unachtsamer Moment und schon schwappt der frische Kaffee von der Tasse direkt auf die Kleidung. Gerade am Arbeitsplatz sind solche Flecken ärgerlich – umso mehr, wenn man Kontakt mit den Kunden hat. Das junge Start-up «Noser Fashion» aus Liechtenstein arbeitet derzeit an einem weissen Polyester-Herrenhemd, mit dem solche Missgeschicke bald der Vergangenheit angehören könnten. Mit der ausgerüsteten Nanotechnologie perlen Flüssigkeiten und Schmutz an der Aussenseite ab. «Ich habe selber bei einer Bank gearbeitet und habe mich nie so richtig wohl im Hemd gefühlt», erzählt Gründer Stephan Noser. 2013 arbeitete er in einem globalen Sportunternehmen. An einer Schulung kam der Vaduzer dann auf die Idee. «In der Sportbekleidung hat sich dieser Stoff bewährt», erläutert der Unternehmer. «Warum sollte dies nicht auch im Alltag möglich sein?»

Weihnachtsverkauf angepeilt

Seit einem Jahr arbeitet Noser nebenberuflich an der Entwicklung des aussergewöhnlichen Hemds. Die grösste Herausforderung sei die Suche nach dem richtigen Material gewesen. «Ich wollte, dass es atmungsaktiv ist», betont der Vaduzer. Andere Unternehmen bieten ähnliche Produkte mit Baumwolle an. Das bio­aktive Polyestergewebe hebe Nosers Produkt von der Konkurrenz ab. Dank dem Material sind keine Schweissflecken sichtbar, da der Stoff innen saugfähig ist. Silberpartikel in den Fasern hemmen die mikrobielle Geruchsentwicklung, wie sie bei Schweiss auftreten. «Soweit ich weiss, existiert ein solches Produkt in dieser Form bislang nicht.»

Noser blickt den nächsten Wochen gespannt entgegen, denn er möchte das innovative Hemd noch rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft auf den Markt bringen. Der Stoff kommt aus der Schweiz, produziert wird in China. Zuerst habe er nach Partnern in Europa gesucht. Dort habe man sein Konzept allerdings abgelehnt. «Ich habe mich bewusst für China entschieden, weil ich dort Qualität bekomme und meine Ideen unterstützt werden.» Die erste Kollektion des Polyester-Hemds umfasst 500 Stück. Damit schöpft Noser, der das Start-up komplett eigenfinanziert, seine Möglichkeiten aus. «Ein Grossteil meines Ersparten steckt in dem Projekt.» Obwohl das Hemd gewisse Zusatzleistungen biete und der Stoff relativ teuer sei, platziert der Unternehmer sein Produkt mit einem Preis von 139 Franken im mittleren Preissegment. «Ich möchte alle erreichen.»

Marke etablieren

Durch die Man’s-World-Start-up- Challenge hat sich Noser eine hohe Medienpräsenz gesichert. Die Teilnahme wurde ihm von einem Freund empfohlen. «Ich habe nicht viel davon erwartet», meint der Vaduzer. «Es schien mir zu früh. Ich hatte ja noch nichts vorzuweisen.» Ausserdem hatte er weder eine Homepage noch eine Facebookseite, als er sein Konzept bei der Jury einreichte. Inzwischen hat sich der Vaduzer gegen 40 andere Bewerber aus der Schweiz durchgesetzt und steht im Finale. «Ich war völlig überrascht.»

Bis zum 9. Dezember findet ein Online-Voting statt, welches mit 50 Prozent gleich gewertet wird wie die Resultate der Jury. Hierfür haben die Organisatoren den vier Finalisten auf Facebook eigene Veranstaltungen erstellt, auf denen diese nun per «Zusagen» beziehungsweise «Interessiert» auf Stimmenjagd gehen. Jene des Vaduzer heisst «Finalist noser fashion an der Man’s World Zürich». Zudem mussten die Finalisten selbstständig ein Video produzieren, um ihre Kandidatur zu bewerben. «Ich fange ganz woanders an», vergleicht sich Noser mit den Konkurrenten. Für ihn sei nur schon der Einzug ins Finale ein Gewinn, denn für die Finalisten winken Leistungen von renommierten Marketingagenturen im Wert von 80 000 Franken. Davon gehen 60 000 Franken an den Sieger. «Der Wettbewerb ist eine tolle Gelegenheit, um auf das Produkt aufmerksam zu machen. Was man dafür erhält, ist weitaus mehr Wert als ein Geldpreis.»

Weitere Bekleidung geplant

Wie Noser im Voting abschneidet, wird am 12. Dezember kommuniziert. «Ich werde das Produkt so oder so an der Man’s World Zürich zeigen.» Diese findet vom 31. Januar bis 3. Februar 2019 statt. Bis dahin möchte sich der Vaduzer auf die Lancierung seines Hemds konzentrieren. Für den Beginn werde er die weissen Hemden sowohl über den eigenen Onlineshop als auch an Messen vertreiben. «Sämtliche Einnahmen werden reinvestiert», betont der Vaduzer. Stosse das Produkt auf Anklang, zieht er weitere Farben für das Hemd in Betracht. Irgendwann möchte er auch eine Kollektion für Frauen herausbringen. «Es gibt noch ganz viele Möglichkeiten.» Eines steht fest: Mit seinem Start-up möchte Noser den Kunden «funktionelle Bekleidung für sämtliche Situationen im Alltag» anbieten. (gk)

30. Nov 2018 / 18:32
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
Lova Center
Zu gewinnen einen Lova Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken.
12.12.2018
Facebook
Top