Hilcona investiert 120 Millionen in Schaan

Aus Basel kommt ein klares Bekenntnis zum Standort der Bell-Tochter Hilcona in Schaan. Deshalb werden im Oktober die Bagger aufgefahren. In den nächsten Jahren bleibt fast kein Stein auf dem anderen.

Seit der Übernahme durch den Bell-Konzern gehört die Hilcona zu den Filets beim Fleischverarbeiter. Während Bell derzeit beispielsweise das unattraktive Wurstwarengeschäft in Deutschland abstösst und sich neu ausrichtet, wird in Schaan mit der grossen Kelle angerichtet. Wie das Schaaner Unternehmen auf Anfrage bestätigt, sind in den nächsten Jahren Investitionen von 120 Millionen Franken am liechtensteinischen Standort geplant. «Wir können auf sehr erfolgreiche Jahre und ein stetiges Umsatzwachstum zurückblicken», erklärt Pressesprecher Markus Amann. Um auch in Zukunft wachsen zu können, sei es notwendig geworden, die Bestandesflächen auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. «Dazu wurde ein Masterplan zur langfristigen Entwicklung des Standortes entwickelt, der Investitionen von insgesamt 120 Millionen Franken vorsieht», so Amann. Dieser Masterplan wird nun in Etappen umgesetzt. Vorerst genehmigt wurden «nur» 15 Millionen zur Umsetzung der ersten Phase. Die Umsetzung der weiteren Etappen ist dann von der künftigen Marktentwicklung abhängig. Neben dem Ersatz älterer Bauten und Anlagen sind Investitionen in eine moderne Infrastruktur und Produktionsflächen vorgesehen. Das wird auch nötig, hat sich der Standort in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt. Wurden früher vor allem Produkte in Konserven hergestellt, so wird heute das Geschäft mit Frischeprodukten immer wichtiger. Dazu gehören neben Pasta und ganzen Mahlzeiten auch Produkte wie Salate oder Müesli.


Umfassender Umbau
Die Bauarbeiten werden in den nächsten Jahren während des laufenden Betriebes stattfinden. «Die geplanten Schwerpunkte der Investitionen werden die Produktionsgebäude mit Logistikflächen und Wareneingang, Hochregallager, Tiefkühllager, die Outboundgebäude, also die Warenausgabe, sowie die Produktionsgebäude inklusive Qualitätssicherungsbereich und Haltbarmachung Pasta betreffen», so der Hilcona-Pressesprecher.
Trotz der neueren Anlagen sollen in Schaan aber offenbar keine Stellen abgebaut werden. Die Betriebserweiterung sorge auch langfristig für über 900 Arbeitsplätze in Liechtenstein. Wie das Schaaner Traditionsunternehmen weiter betont, werde man mit dem Grossprojekt auch nachhaltiger. So wird es neben einer Ressourcenoptimierung auch zu einer extensiven Begrünung der Dachflächen kommen.  


Bell setzt auf Convenience
Die Hilcona gehört seit Anfang Mai vollständig zur Bell Food Group mit Sitz in Basel. Seither kann das Unternehmen den eingeschlagenen Wachstumskurs fortsetzen. Neben den Standorten in Schaan, Landquart und im jurassischen Orbe baut Hilcona einen neuen Standort im deutschen Bad Wünnenberg.
Der Mutterkonzern der Hilcona setzt stark auf den Convenience-Bereich. So übernahm die Bell Food Group in den vergangenen Jahren  neben der Hilcona auch den st. gallischen Nahrungshersteller Hügli oder den Salatspezialisten Eisberg. Heute setzt die gesamte Gruppe mehr als 180 000 Tonnen Convenience-Produkte ab. Damit erzielt sie rund ein Viertel ihres Konzernumsatzes in diesem Bereich. Dieser Wert soll künftig noch kräftig wachsen, die Bell-Führung will mittelfristig die Hälfte des Umsatzes mit Convenience-Produkten machen. Dabei dürfte der Standort in Schaan eine entscheidende Rolle spielen.

24. Aug 2019 / 06:00
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