Alpinum: Aktionäre müssen wieder Geld einschiessen

Im ersten Halbjahr schreibt die Bank Alpinum weiter rote Zahlen. Offenbar muss sie sogar um ihre Lizenz bangen. Auf den neuen CEO der krisengeschüttelten Bank Alpinum warten grosse Herausforderungen.

Die Banken Liechtensteins haben in den vergangenen Tagen die Zahlen zu ihrem Geschäftsgang während des ersten Quartals veröffentlicht – auch die Bank Alpinum. Für die Aktionäre des krisengeschüttelten Instituts kamen die vergangenen Monate und Jahre einem Krebsgang gleich. Neben den allgemeinen Schwierigkeiten wie kleine Margen, starker Franken und Negativzinsen machten dem Gelhaus zuletzt Kredite im Balkan zu schaffen. Diese Kreditpositionen im Umfang von 10 Millionen Franken wurden aus der Bank bereits im vergangenen Jahr ausgegliedert. Zusätzlich zur Auslagerung von Risikopositionen haben die Aktionäre rund um den iranisch-schweizerischen Geschäftsmann Yousef Sherkati eine Kapitalerhöhung von vier Millionen Franken im vergangenen Jahr durchgeführt. Auch in diesem Jahr muss das Institut diesen Kurs unfreiwillig fortsetzen. 

Eine Bank am Limit

Wieder mussten die Aktionäre Geld einschiessen. Im ersten halben Jahr hat sich das Eigenkapital um eine Million Franken erhöht, wobei per 30. Juni erst 400 000 tatsächlich einbezahlt wurden. Der Rest des Betrages ist als Posten unter «ausstehende Einlagen auf das gezeichnete Kapital» im Halbjahresbericht aufgeführt. Wie ein ehemaliger Mitarbeiter gegenüber «Wirtschaft regional» erklärt, stehe die Lizenz auf dem Spiel. Demnach gebe es eine Auflage der ­Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA), wonach das Finanzinstitut nicht unter 20 Millionen effektives Eigenkapital fallen darf. Bedenkt man den Verlustvortrag von vier Millionen Franken, dann «bewegt sich die Bank am Limit», wie der Mitarbeiter weiter erklärt. Auf Anfrage bestätigen weder die Bank selbst noch die Finanzmarktaufsicht, ob es eine solche Auflage gibt und ob die finanzielle Lage tatsächlich so prekär ist. Die Bank erklärt aber auf Anfrage: «Das Eigenkapital beträgt aktuell 20,1 Millionen Franken und erfüllt alle geltenden, regulatorischen Anforderungen». 

Weiter in den roten Zahlen 

Ein Blick in den Geschäftsbericht reicht aber bereits aus, um zu sehen, dass es finanziell nicht gut läuft. Durch das operative Geschäft kann die Bank das Ruder im ersten halben Jahr zumindest nicht herumreissen. Wie die Erfolgsrechnung der Bank zeigt, liegt der Halbjahresverlust bei 366 000 Franken. Im Geschäftsjahr 2018 waren es fast eine Million Franken Verlust; im Jahr 2017 sogar 3,5 Millionen Franken. Die Kreditrisiken sollen die Aktionäre in diesem Jahr nochmals fünf Millionen Franken kosten. Die Bank führt seit mehreren Jahren innerhalb ihre Lombardkreditportfolios ein Segment mit Kreditnehmern aus dem Balkanraum. 
Keine guten Vorzeichen für den neuen CEO, der bis anhin bei der Credit Suisse zweistellige Milliardensummen verwaltet hat. Der Verwaltungsrat hat Patrik Läser per 16. September zum neuen CEO berufen. Das sollte aber nicht die einzige Veränderung bleiben. Der 73-jährige Yousef Sherkati ist zum 31. Juli 2019 aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden. Sherkati gehörte dem Gremium seit Gründung der Bank im Jahr 2001 als Vizepräsident an. Er ist auch Aktionär der Bank. (dal)

02. Sep 2019 / 15:09
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