• Close up of a company seal on old stock certificate
    Die FMA warnt die Konsumenten, Werpapiere der Adcada zu kaufen.  (iStock)

Adcada bietet kuriose Anleihen an

Gemäss Finanzmarktaufsicht verfügt das Unternehmen über keine aufsichtsrechtliche Bewilligung.

Die Adcada GmbH wolle monatlich 12 Millionen Schutzmasken herstellen. Dieses hehre Ziel darf der Interessierte laut des Unternehmens unterstützen, indem er auf folgendes lukratives Angebot eingeht: Der Erwerb einer Anleihe mit Verzinsung bis zu 12 Prozent. Einsteigen könne man bereits mit 100 Euro. Die Maskenproduktion bei Ro­stock soll am Montag beginnen. Jedoch ist nicht alles Gold, was glänzt. Am 22. April publizierte die Finanzaufsicht Liechtenstein (FMA) auf ihrer Internetseite eine Warnmeldung, die ausführt, dass die Tochtergesellschaften der Adcada in Liechtenstein über keine aufsichtsrechtliche Bewilligung verfügen. Des Weiteren sei der Adcada die Entgegennahme von Einlagen im Zusammenhang von «adcada.money Hypozins» nicht erlaubt. Auf die Tätigkeit der Adcada hatte dies jedoch keinen Effekt. Die Unternehmensgruppe teilte mit, dass die Warnung «keine Konsequenzen für den Vertrieb der Anleihe» habe. 

Gut einen Monat später, am 20. Mai, folgte die nächste Warnung der FMA, dass die «ADCADA.healthcare Anleihe 2020» und die «adcada.money Hypozins» über keine gebilligten Wertpapierprospekte verfüge. Ein solches Prospekt sei jedoch essentiell, wie die FMA schreibt: «Ein öffentliches Angebot von Wertpapieren darf nur erfolgen, wenn der Anbieter vorher einen gebilligten Wertpapierprospekt veröffentlicht hat.» 

 

Polizeiuntersuchung in den Büros bei Rostock

Adcada wurde 2015 in Bentwisch bei Rostock gegründet. Im November des vergangenen Jahres öffneten die Büros der zwei Tochtergesellschaften in Ruggell, namentlich Ardcadia International und Adcada Investment, nachdem das Unternehmen bereits für ein Jahr in Liechtenstein sesshaft gewesen war. Seit Büroeröffnung vergingen somit wenige Monate, bis die Tätigkeit der Adcada, die mehrheitlich für das Unternehmen und Onlinekleidergeschäft «Fashion.Zone» bekannt ist, bezüg­lich ihrem gewerbemässig unlauteren Angebot von Wertpapieren von der FMA gerügt wurde.

Doch auch in Deutschland wurden die Behörden aufgrund selbigem tätig. Die deutsche Finanzaufsicht (BaFin) veröffentlichte ebenfalls mehrere Warnmeldungen. Am Mittwoch teilte sie mit, dass das Bussgeld bis zu 5 Millionen Euro betragen könne. In Bentwisch untersuchte die Polizei gemäss «Handelsblatt» die Büroräumlichkeiten, wobei Computer und Akten beschlagnahmt worden seien. Die Staatsanwaltschaft Rostock ermittle gegen zwei Manager wegen Kapitalbetrugs, welche 2018 und 2019 gegen das ­Kreditwesengesetz verstossen haben sollen. (dab)

22. Mai 2020 / 10:18
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