• Jagd
    Die Liechtensteiner Jägerschaft beschreibt die Jagdbedingungen im vergangenen Jahr als «extrem».  (iStock)

Trockenes und warmes Wetter erschwert Jagd

Die Jagdsaison 2018/19 war nicht einfach. Wieder einmal machte der Faktor Wetter den Liechtensteiner Jägern einen Strich durch die Rechnung.

Der heisse und trockene Sommer sowie der späte Wintereinbruch im vergangenen Jahr hat die Jagd auf das Rotwild erschwert. Durch die warmen Temperaturen hatten die Tiere weniger Hunger und suchten den Schatten in Schluchten, wo die Jagd nicht möglich ist. «Das Rotwild konnte sich in für Jäger kaum zugänglichem Gebiet verstecken. Das erschwerte die Jagd im Allgemeinen enorm», erklärt Michael Fasel, Präsident der Liechtensteiner Jägerschaft, der die Jagdbedingungen im vergangenen Jahr als «extrem» beschreibt. Der späte, aber dafür intensive Wintereinbruch verunmöglichte am Ende die Jagdausübung in den höheren Lagen. 

Abschuss sollte höher sein als der Wildzuwachs

Die Witterungsbedingungen waren ein wesentlicher Faktor, weshalb der Abschussplan beim Rotwild mit einer Quote von 77 Prozent nicht erfüllt werden konnte. Aber es gibt weitere Gründe: Der permanente hohe Jagddruck, Störungen durch Freizeitaktivitäten und der Verlust geeigneter Lebensräume für die Wildtiere beeinflussen den Jagderfolg zunehmend negativ, wie Wolfgang Kersting vom Amt für Umwelt auf Anfrage mitteilt. Die Abschussvorgabe 2018 für Rotwild war historisch hoch. Sie wurde gegenüber dem hohen Abschuss vom Vorjahr nochmals um 20 Prozent erhöht. Der Grund: Durch die zu hohe Rotwildpopulation findet in einigen Gebieten keine natürliche Waldverjüngung mehr statt, welche essenziell für die Schutzfunktion der Wälder ist. «Der schlechte Verjüngungszustand der Liechtensteiner Schutzwälder erfordert eine weitere Reduktion der Schalenwildbestände», sagt Kersting. Doch die Wildbestände können nur reduziert werden, wenn der Abschuss höher als der Zuwachs ist und vor allem weibliche Tiere erlegt werden. «Insofern war die Massnahme der hohen Abschussvorgaben zwingend notwendig, auch wenn das Ziel bei den weiblichen Tieren mit Kälbern mit einer Abschusserfüllung von 78 Prozent nicht erreicht wurde», sagt Kersting. 

Wie Michael Fasel sagt, sind die hohen Abschusszahlen zwar statistisch richtig, aber die Jagdsaison 2018 habe gezeigt, dass das Wetter wie auch die zunehmenden Störungen und das über die Landesgrenzen wandernde Wild dem Jagderfolg Grenzen setzen. (manu)

11. Feb 2019 / 05:00
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