• Technische Veränderungen müssen bei einer Fahrzeugprüfung kontrolliert werden.

Pro Jahr 20 Tuningautos im Land stillgelegt

Unrechtmässige Tuningteile gefährden die Verkehrssicherheit und die Umwelt. Schwerwiegende Verstösse werden mit Stilllegung bestraft.

Auf den Liechtensteiner Strassen kontrollierte die Landespolizei in letzter Zeit vermehrt Autoposer und getunte Fahrzeuge. Autoposer fallen durch ihre aufgemotzten Autos auf, die sie stolz zur Schau stellen. Beim Verbessern und Verschönern der Fahrzeuge wird auch nicht selten die Grenze der legalen Mittel überschritten. In Liechtenstein werden jährlich etwa 20 unrechtmässig getunte Fahrzeuge stillgelegt, gibt Otto C. Frommelt, Amtsleiter beim Amt für Strassenverkehr, auf Anfrage bekannt. Diese Fahrzeuge werden aus dem Verkehr gezogen, weil sie durch ihre nicht genehmigten Veränderungen die Verkehrssicherheit schwerwiegend gefährden.

Jede Veränderung muss geprüft werden

Nicht erfasste Veränderungen am Auto werden von der Polizei während Verkehrskontrollen entdeckt oder sie zeigen sich bei der periodischen, rechtlich vorgeschriebenen Fahrzeugprüfung. Einmal entdeckt, wird vom Amt für Strassenverkehr geprüft, ob es sich um illegale oder legale Änderungen, die lediglich nicht eingetragen wurden, handelt. Denn grundsätzlich muss jede technische Veränderung vom Amt für Strassenverkehr geprüft und im Fahrzeugausweis eintragen werden.

Tuningteile müssen vom Hersteller getestet werden

Für alle nicht originalen Fahrzeugteile müssen entsprechende Prüfungszeugnisse vorgelegt werden können. Diese Zeugnisse versichern, dass die Teile vom Hersteller getestet und freigegeben wurden, erklärt Frommelt. Bei einer Auspuffanlage muss so zum Beispiel getestet werden, ob sie die Grenzwerte für Abgase und Geräusche nicht überschreitet.

Wenn die entsprechenden Prüfpapiere nicht vorhanden sind, handelt es sich um nicht legale Teile. Das Fahrzeug muss dann wieder in den Originalzustand versetzt werden und die unerlaubten Bauteile werden konfisziert. Im Extremfall kommt es zu einer Stilllegung – das heisst, das Fahrzeug wird komplett aus dem Verkehr gezogen und darf aus Sicherheitsgründen nicht mehr gefahren werden.

2019: 381 technische Veränderungen

Wenn lediglich versäumt wurde, die vorgenommenen Änderungen vorzuführen, hat der Fahrzeugbesitzer 30 Tage Zeit, dies mit den entsprechenden Prüfungszeugnissen nachzuholen.

Im letzten Jahr wurden in Liechtenstein 381 Fahrzeuge (inklusive 50 Motorräder) mit einer technischen Veränderung vorgeführt, wie aus dem Rechenschaftsbericht 2019 der Regierung herauszulesen ist. Im Vergleich zu den Vorjahren ist dies keine Steigerung. «Autotuning gab es schon immer, es verändern sich lediglich die Arten des Tunings», meint Frommelt. So werden beispielsweise im Bereich Motorentuning in letzter Zeit vermehrt Chiptunings gemacht. Bei diesem elektronischen Eingriff werden Veränderungen am Motorenmanagment gemacht, um mehr Leistung zu erzielen. Diese Art von Tuning gefährdet zwar grundsätzlich nicht die Verkehrssicherheit, doch wenn der Motor mehr leisten muss, erhöhen sich auch der Verbrauch und die Abgase. Auch dies kann in einem nicht ordnungsgemässen Rahmen geschehen und die Umwelt belasten. (ak)

06. Jun 2020 / 07:00
Geteilt: x
2 KOMMENTARE
Es wird schon kontrolliert...
und auch lange schon auf "getunte" Fahrzeuge geschaut. Jetzt war halt grad letzthin diesbezüglich in der Schweiz etwas in der Zeitung, dann ist es wenige Tage später bei uns auch gleich sehr schlimm und kommt selbstverständlich auch in die Zeitung. "Letztes Jahr 20 Fahrzeuge stillgelegt" war zu lesen. Da lacht die Polizei (zBsp. in Deutschland) lauthals. Soviele müssen diese bei einer Schwerpunkt-Kontrolle fast innerhalb 24Std. aus dem Verkehr ziehen. Zudem auf pro Kopf-Einwohner gerechnet, mit sehr viel weniger Polizisten als bei uns. Bei uns verläuft wirklich alles mehr oder weniger (ausser event. der Onkel-Politik?) in ruhigen Bahnen.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 06.06.2020 Antworten Melden
Viel zu wenig...
Und immer noch lärmts und krachts bis tief in die Nacht hinein. Aber auch Motorräder, bei denen die Endschalldämpfer entfernt wurden machen einen enormen krach. Kontrollen noch verstärken und das geltende Gesetz durchsetzen. Das ist heute problemlos möglich. Die Messinstrumente gibt es. Man muss diese halt auch einsetzen.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 06.06.2020 Antworten Melden

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Schloss Vaduz
Zu gewinnen 1 Ravensburger Puzzle Schloss Vaduz
25.06.2020
Facebook
Top