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    Gegen die Kita im Ruggeller Industriegebiet wurden Vorwürfe erhoben, dass die Betreuerinnen bei mindestens einem Kind unangemessen vorgegangen seien.  (Elma Korac)

Kita im Industriegebiet Ruggell nach Vorfällen geschlossen

Unter anderem sollen Kinder in dunklen Räumen eingeschlossen worden sein. Das Amt für Soziale Dienste klärt ab und werde angemessene Massnahmen ergreifen.
 
«Sie dürfen sicher sein, dass bei der liebevollen Ganztags- und Nachtbetreuung das Wohl der Kinder im Mittelpunkt steht», steht auf der Homepage der Kindertagesstätte (Kita) im Ruggeller Industriegebiet. Dies sehen meh­rere Eltern, welche ihre Kinder dort betreuen liessen, mittlerweile nicht mehr so. Eine betroffene Mutter berichtet, dass sie bei ihrem Sohn Mitte November Auffälligkeiten festgestellt habe. «Er konnte plötzlich nur bei kompletter Beleuchtung schlafen», erzählt sie. Zunächst habe sie an eine vorübergehende Phase gedacht. Doch dann habe ihr Sohn ihr erzählt, dass er in der Kita in einen dunklen Raum gesperrt worden sei. Daraufhin habe sie die Kita-Leitung damit konfrontiert, welche die Vorwürfe aber abgestritten habe. Doch eine ehemalige Mitarbeiterin habe ihr anschliessend berichtet, dass es immer wieder zu solchen «Einschlussaktionen» komme und «noch mehr passiert ist». Daraufhin habe sie die Eltern informiert, habe Kontakt mit dem zuständigen Amt für soziale Dienste aufgenommen und eine Anzeige bei der Landespolizei gemacht.
 
Eine andere betroffene Mutter erklärt, dass sie selbst eine solche «Einschlussaktion» von der Betreuerin beobachten konnte und es in anderen Fällen auch zu Handgreiflichkeiten gegen Kinder gekommen sei. Doch nicht nur die Behandlung der Kinder sei nicht mehr tragbar gewesen. «Die Betreuerinnen waren völlig überfordert. Teilweise waren zehn bis zwölf Kinder – darunter auch Säuglinge – unter der Aufsicht einer einzigen Betreuerin», sagt sie. Den Grund für diese Personalknappheit sehen die beiden Mütter, die dem «Vaterland» über die Vorfälle berichteten, in der neuen staatlichen Finanzierung der Kitas. Die private Kita in Ruggell habe finanzielle Probleme gehabt, da das Land neu keinen Pauschalbetrag mehr zahlt, sondern eine Summe pro betreutes Kind. Deshalb sei auf Ende Oktober 2019 allen Mitarbeiterinnen gekündigt worden.
 
Aufgrund dieser Vorkommnisse haben mehrere Eltern den Vertrag mit der Kita im Industriegebiet in Ruggell fristlos gekündigt. Dies mit Folgen für die Eltern: Sie müssen nun einen neuen Kita-Platz suchen. Und dies sei nicht einfach. «Es ist nicht so – wie oft erklärt wird – dass es genügend Plätze in Liechtenstein gibt. Eine Betroffene droht sogar die Arbeitsstelle zu verlieren, wenn sie keinen Kita-Platz für ihr Kind findet», so die beiden Mütter.
 
Amt für soziale Dienste führt vertiefte Abklärungen durch
 
Mittlerweile hat die private Kindertagesstätte in Ruggell den Betrieb zumindest bis zum 7. Januar 2020 von sich aus eingestellt. Ludwig Frommelt, Leiter des Kinder- und Jugenddienstes beim Amt für Soziale Dienste, erklärt auf Anfrage, dass derzeit vertiefte Abklärungen laufen. Aufgrund des laufenden Verfahrens wollte er zum Fall in Ruggell aber nicht mehr sagen. Nur so viel: «Nach den Abklärungen wird das Amt die angemessenen Massnahmen ergreifen.»
 
Auch die Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche ist von den Eltern in den Fall involviert worden. Für die Leiterin Margot Sele gilt es nun zunächst,  die Befragungen der Eltern und Kita-Mitarbeiter abzuwarten. Sie geht davon aus, dass bis Ende nächster Woche ein erster Bericht vorliegt. «Das Amt nimmt den Fall sehr ernst», so Sele.
Für die beiden betroffenen Mütter geht es aber nicht nur darum, den aktuellen Fall aufzuklären. Sie hätten den Weg an die Öffentlichkeit auch aus einem anderen Grund gesucht. «Uns geht es auch um Prävention. Eltern sollen genau hinschauen und sich getrauen, etwas zu sagen, wenn für sie etwas nicht stimmt.» (sap)
13. Dez 2019 / 22:55
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3 KOMMENTARE
Probleme nicht neu
Dass es Probleme dort gibt ist nun wirklich nicht neu. Bereits seit Jahren gibt es immer wieder Beschwerden von Eltern. Ich habe vor ein paar Jahren meine Tochter aus dieser Kita genommen und mich beim ASD beschwert. Dort gab es dann ein Gespräch, bei dem die Kita Leitung alles problème abgestritten hat. Der zuständige beim Amt hat dann darauf gedrängt, dass ich die Sache ruhen lasse. Soviel dazu, dass das Amt den Vorgängen nachgeht. Man sollte mal prüfen, ob das Amt seinen Verpflichtungen gerecht wurde.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 14.12.2019 Antworten Melden
Tue gutes
und erzieh dein Kind selbst. Dann weisst du, dass es deinem Kind immer gut geht. Ich würde mein Kind nie einer fremden Person überlassen. Ich hoffe der Staat hört auf, solche Gefängnisse zu unterstützen. Kinder zeugt man für sich und nicht für andere. Sie brauchen in jungen Jahren die Eltern.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 14.12.2019 Antworten Melden
@Gargamel
Es ist nicht immer in jedem Job möglich, über Jahre auszusteigen und danach wieder einzusteigen. In kurzer Zeit kann sich viel Ändern und man so den Anschluss im Berufsleben verliert. Und es ist auch nicht in jedem Job möglich das Pensum zu reduzieren wie es beliebt. Diese Thematik hat viele Blickwinkel, Arbeitnehmer, Arbeitgeber, Familie, Finanziel, etc.
Ich denke solche Aussagen sollten auch mal aus den Blickwinkeln der Betroffenen betrachtet werden. Ich glaube fest das die wenigsten Kinder in die Welt setzen, mit der fixen Absicht, diese maximal betreuen zu lassen.
Gruss eines Familienvaters/Hausmann in Teilzeit
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 14.12.2019 Antworten Melden

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