• Bürgergespräch in Triesen
    Manuel Schöb, Daniela Wellenzohn-Erne, Bianca Bargetze, Ralph Beck und Peter Kindle stellten gestern die Sanierungsmassnahmen für das Hallenbad in Triesen vor.  (Daniel Schwendener)

7 Millionen Franken für ein neues Hallenbad

Beim gestrigen Bürgergespräch stellten Vertreter der Gemeinde Triesen sowie die Architekten das Sanierungsprojekt Hallenbad Triesen vor.

Triesen hat bisher den Luxus eines eigenen Hallenbades und das soll auch in Zukunft so bleiben. So lautete zumindest der Tenor am gestrigen Bürgergespräch im Foyer des Triesner Gemeindesaals. Vorsteherin Daniela Wellenzohn-Erne stellte den Interessierten das rund sieben Millionen Franken teure Sanierungsprojekt vor. Unterstützt wurde sie dabei von Ralph Beck und Bianca Bargetze von Ralph Beck Architekten sowie vom Leiter der Bauverwaltung, Manuel Schöb.

Das Triesner Hallenbad besteht seit 1978. Seither wurden keine grösseren Sanierungsarbeiten vorgenommen. Dementsprechend offenbaren sich etliche Mängel. Dabei sind besonders diejenigen hinsichtlich des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGIG), aber auch die Anlieferung und Lagerung der Chemikalien ein Problem.

Das Hallenbad Triesen spielt nicht nur für die Bürger und Schüler der Gemeinde eine entscheidende Rolle, auch etliche Vereine sowie die Schulen der Gemeinden Vaduz und Triesenberg nutzen die Infrastruktur. Diese hohe Belegungszahl bestätigt die Gemeinde Triesen darin, dass ein Hallenbad weitergeführt werden soll. Die Gemeinde Triesen befasst sich seit 2014 mit dem Projekt. Eine Bestandsanalyse zeigte, dass die Gebäudesubstanz in einem guten Zustand ist, weshalb man sich für ein Sanierungsprojekt entschied.

Ein modernes und zeitgemässes Hallenbad

Neben der Behebung grösserer Mängel sehen die Sanierungsarbeiten etliche bauliche Anpassungen vor. Vor dem Hallenbadeingang soll ein Lift realisiert werden, durch den die notwendigen Chemikalien für das Schwimmbad sicher und unkompliziert ein Stockwerk tiefer in den technischen Bereich geführt werden können. Im Hinblick auf das BGIG soll dieser Aufzug auch von Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen genutzt werden können, um zwischen dem Pausenhof der Primarschule und dem Schwimmbad zu verkehren. Ausserdem ist vorgesehen, dass der Lift bis in die Galerie der Turnhalle führt, um diesen Bereich ebenfalls für jeden zugänglich zu machen. Im Gebäude selbst werden Umkleidekabinen und sanitäre Einrichtungen für Rollstuhlfahrer eingebaut. Die beiden zentralen Elemente werden jedoch eine Rampe vom Umkleide- zum Schwimmbereich darstellen sowie ein elektrischer Kran, mit dem körperlich beeinträchtigte Personen ins Schwimmbecken gelassen werden können.

Die weiteren baulichen Massnahmen bestehen darin, dass die Umkleidekabinen neu arrangiert und die sanitären Bereiche und Duschen geschlechtergetrennt werden. Ausserdem sieht der Plan vor, dass die undichten Schwimmbecken durch Becken aus Chromstahl ersetzt werden – wobei die Dimensionen beibehalten werden – sowie die defekte Bodenheizung ausgetauscht wird. Damit weder die Gäste noch der Bademeister bei seinen Kontrollblicken geblendet werden, sollen elektrische Rollos einen Sonnenschutz bieten. Ein neuer gedeckter Bereich vor dem Eingang schützt wartende Besucher vor dem Wetter und ein grösserer Wartebereich mit zusätzlichen Tischen gestaltet das Foyer komfortabler. Das Ziel ist ein insgesamt helles und modernes Erscheinungsbild.

Fertigstellung bis Ende 2022 geplant

Das Sanierungsprojekt Hallenbad Triesen wurde vom Gemeinderat noch nicht abschliessend bewilligt. Falls das in den kommenden Sitzungen geschieht, rechnet Manuel Schöb mit einem frühstmöglichen Baubeginn im Sommer 2021 und mit einer eineinhalbjährigen Bauzeit bis Ende 2022. Die Kosten von rund sieben Millionen Franken sollen dabei durch knapp einen Drittel vom Land Liechtenstein getragen werden, zwei Drittel würde die Gemeinde Triesen übernehmen.

Bei der anschliessenden Diskussion war der Tenor, dass Triesen weiterhin ein Schulschwimmbad unterhalten solle. Ein wichtiger Input kam jedoch gleich von mehreren Anwesenden: Die Parkplatzsituation vor dem Hallenbad solle doch im gleichen Zug ebenfalls neu gelöst werden. Ausserdem stellte sich für einen Anwesenden die Frage nach einem grösseren Schwimmbad, einem «Hallenbad Oberland» in Zusammenarbeit mit den anderen Gemeinden und dem Land. Dieses wäre jedoch aufgrund der Dimensionen in Triesen nicht realisierbar und die Gemeinde würde das Schulhallenbad verlieren, entgegneten die Vertreter der Gemeinde. (lat)


SCAT und Schule suchen Lösung

Das Triesner Hallenbad wird unter anderem von der Primarschule Triesen und dem Schwimmclub Aquarius (SCAT) genutzt. Die Zeit der Sanierung stellt die Primarschule vor eine Herausforderung, da es nicht einfach sei, auf andere Schwimmbäder auszuweichen. «Alle Hallenbäder in der Region sind gut ausgelastet und es ist schwer, irgendwo unterzukommen», erklärt eine Vertreterin der Schule Triesen. Der SCAT hofft, während der Arbeiten in Balzers trainieren zu können. Ähnlich wie vor einiger Zeit, als das Balzner Hallenbad umgebaut wurde und die Balzner allesamt nach Triesen kamen. 

24. Jan 2020 / 11:00
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3 KOMMENTARE
Der SCAT blockiert permanent 50% des Hallenbades
Wer in Triesen nach Feierabend schwimmen will hat sich dem Gedränge auf der Hälfte unterzuordnen das der SCAT alles blockiert mit seinen permanent Trainierenden. Ein richtiges Schwimmbad zusammen mit Vaduz und Schaan in einem richtigem Sportzentrum könnte den Menschen mehr Freude am Schwimmen bereiten. Die 7 Millionen wären dort besser investiert. Als kleines Schulschwimbad genügt der gute Zustand noch über Jahre. Es wurde seit 40 Jahren Jahr für Jahr viel in Unterhalt und Erneuerung investiert. Wieder so ein Schnellschuss ohne Kommunikation mit den Nachbar Gemeinden. Schade
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 25.01.2020 Antworten Melden
Statt 4 Hallenbäder einfach mal ein Richtiges
Wie wäre es einmal ein richtiges Hallenbad zu bauen und zu betreiben anstatt 4 Kleine? 50 Meter Becken, Plauschbecken, evtl. ein paar Rutschen, etc.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 24.01.2020 Antworten Melden
Vorallem...
....werden unsere Hallenbäder für den Schwimmunterricht der Schulen genutzt. Also ist die Erreichbarkeit wichtig. Nicht Spass und Rutschen!
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 24.01.2020 Antworten Melden

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