• Haagcenter in Haag
    Die Tafel vor dem Haag Center wird in den nächsten Wochen wieder gefüllt.  (Daniel Schwendener)

Wer füllt die Ladenflächen?

Kein gutes Zeichen: In den Einkaufszentren der Region sind derzeit einige Nachmieter gefragt. Das Haag Center ist fündig geworden. In Mels und Vaduz laufen aktuell noch Verhandlungen.

Das Konzept hat sich jahrelang bewährt: Verschiedene Detailhändler kommen an einem zentralen Punkt zusammen, damit die Kunden sämtliche Besorgungen an einem Ort erledigen können. Leerstehende Bereiche in den Einkaufszentren der Region lassen momentan an solchen Synergien zweifeln – zum Beispiel hat kürzlich der Ex Libris im Haag Center geschlossen. Zurzeit sind dort zwei Ladenflächen nicht in Betrieb. Für weitere Fragezeichen sorgt, dass zwei Geschäfte im selben Gebäude in südlichere Ladenflächen wandern.

Bald zwei neue Mieter in Haag

Ein Rückblick in das Haag Center zeigt: Junginger Optik ging vergangenes Jahr raus, worauf das Mobiltelefongeschäft Alptel die Ladenfläche übernommen hat. Die OVS-Filiale steht seit September leer, nachdem das Bekleidungsgeschäft in der Schweiz seinen Konkurs verkündete. Per 11. November verabschiedete sich dann Ex Libris vom Standort. «Die Abwanderung der Einkäufe in Richtung Internet, aber auch die Digitalisierung von Büchern, Filmen und Musik haben den Umsätzen in den Filialen empfindlich zugesetzt», berichtet Mediensprecherin Marie-Christine Schindler. Deshalb sah sich Ex Libris dazu gezwungen, den stationären Handel an die Rahmenbedingungen anzupassen und sich mehr auf den wachsenden Online-Shop zu fokussieren.

Ab heute findet sich in der ehemaligen Ex Libris-Filiale das Bekleidungsgeschäft Express Yourself, welches bereits zuvor im Haag Center untergebracht war. «Unsere ehemalige Ladenfläche wird anderweitig gebraucht. Die Neue ist grösser und wir wollten die Ausstattung ohnehin modernisieren», freut sich die Filialleiterin vor Ort über die Umsiedlung wenige Meter gen Süden. Wie ein Plakat vor Ort ankündigt, wandert mit Vögele Shoes ein weiteres Geschäft. Hier führt der Weg in die Ladenfläche nebenan, worin zuletzt OVS drin war. Die Medienstelle von Vögele Shoes möchte den Entscheid auf Anfrage nicht kommentieren.

Wer den Überblick verloren hat: Zwei Geschäfte haben geschlossen, zwei sind gewandert. Damit bleiben nach wie vor zwei Ladenflächen unbesetzt, nämlich jene, wo sich im Moment noch Vögele Shoes befindet, sowie der ehemalige Standort von Express Yourself. Allerdings nicht mehr lange, versichert Markus Brunner, Mediensprecher von Coop: «Aktuell sind sämtliche Ladenflächen vermietet. Noch leerstehende Flächen werden in den nächsten Wochen bezogen. Im Moment können wir keine weiteren Auskünfte geben und bitten noch um ein wenig Geduld.»

Dass die Besetzung der leeren Flächen auf sich warten liessen, hänge keinesfalls mit dem mangelnden Interesse zusammen. «Bis jeweils die passenden Mieter und die nötigen Verhandlungen erfolgt sind, dauert es immer eine gewisse Zeit. Das Interesse seitens möglicher Mieter ist grundsätzlich vorhanden», erläutert Brunner. Wie er mitteilt, bleibe der Standort für Coop attraktiv.

Seit 2016 Mieter in Mels gesucht

Während im Haag Center demnächst wieder sämtliche Ladenflächen besetzt sind, muss der Pizolpark in Mels rund 500 Quadratmeter mit drei neuen Mietern besetzen. Zwei der Flächen sind seit April 2016, eine seit April 2017 nicht mehr besetzt. «Wir sind in Gesprächen und zuversichtlich, dass die leeren Stellen wieder gefüllt werden können», so Natalie Brägger, Projektleiterin Kommunikation von Migros Ostschweiz. Die Genossenschaft sei als Ankermieter mit der Entwicklung des Einkaufszentrums zufrieden, das pro Jahr etwa eine Millionen Kunden begrüsse. Ex Libris hält ebenfalls am Standort fest. «Wir haben das Marktpotential jeder einzelnen Filiale sorgfältig evaluiert. Mels bleibt neben dreizehn anderen Standorten bestehen», heisst es von Mediensprecherin Marie-Christine Schindler.

Aufgrund der Verlagerung von stationären Geschäften zum Online-Handel würden allgemein weniger Verkaufsflächen benötigt, meint Brägger. Im Pizolpark habe man trotzdem keine Schwierigkeiten damit, was die Nachbesetzung von leerstehenden Ladenflächen betrifft. Interessierte Mieter seien vorhanden, doch das Unternehmen möchte mit den Nachfolgern vor allem eine attraktive Mischung gewährleisten. «Das Waren- und Dienstleistungsangebot muss vielseitig sein und mit passenden gastronomischen Angeboten ergänzt werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Langfristigkeit des Mietvertrags.»

Im gegenüberstehenden Pizolcenter stehen zirka 10 Prozent der gesamten Verkaufsfläche leer, wobei dies mit der OVS-Schliessung zusammenhänge.  «Wir sind mit verschiedenen Interessenten in Verhandlungen und gehen davon aus, dass wir in den nächsten Monaten entsprechend informieren können», betont Werner Jakob, Center Manager von Wincasa. Das Pizolcenter sei weiterhin rentabel, allerdings spüre es ebenfalls den Druck des Online-Handels: «Das Marktumfeld ist anspruchsvoller geworden. Die Detailhändler expandieren nicht mehr in dem bis vor ein paar Jahren üblichen Ausmass.»

Mühleholzmarkt setzt auf Kontakt

Ähnlich sieht die Situation auf der anderen Seite des Rheins aus. Nach dem Auszug des Modegeschäfts Charles Vögele stehen im Müheholzmarkt in Vaduz rund 450 Quadratmeter leer. Laut Mitgründer Dieter Hilti stehe man mit potenziellen Mietern in Kontakt. Neben dem Online-Handel stelle der Einkaufstourismus die regionalen Zentren vor Herausforderungen: «Da die Mehrwertsteuer bei Einkaufen im Ausland oft entfällt, kämpft der Liechtensteiner und Schweizer Handel mit einem vom Staat ausgelösten Wettbewerbsnachteil.»

Hilti ist davon überzeugt, dass der stationäre Handel auch im digitalen Zeitalter noch eine Zukunft hat: «Die meisten Personen schätzen immer noch den persönlichen Kontakt und die Möglichkeit, rasch und unkompliziert Dinge des täglichen Bedarfs vor Ort zu besorgen. Wir müssen aber sicherlich noch besser darin werden, unsere Stärken hervorzuheben.» Als Beispiel nennt er den zusätzlichen Pop-up-Verkaufsstand, in dem sich Neueinsteiger oder besondere Dienstleistungen monateweise präsentieren können, sowie die vor einigen Wochen installierte Ladestation für Elektrofahrzeuge. (gk)

01. Feb 2019 / 08:00
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1 KOMMENTAR
Unattraktives Einkaufszentrum Mühleholzmarkt
Der Mühleholzmarkt ist wohl das unattraktivste "Einkaufszentrum" im weiten Umkreis. Allein schon die umständliche Anfahrt bis man überhaupt ins Parkhaus gelangt, ist völlig verplant. Interessante Geschäfts gleich null. Einkaufserlbenis unterirdisch! Da geh ich lieber über den Rhein zum Einkaufen.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 02.02.2019 Antworten Melden

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