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    Der Blick in die wirtschaftliche Zukunft 2019 ist verhalten positiv.  (GABRIELE PUTZU)

Im Fahrwasser der globalen Abkühlung

Der Brexit, der Handelskrieg zwischen China und den USA, fallende Kurse zum Jahresende – die Wirtschaft wird 2019 nicht unbeschwert ins neue Jahr starten. Unsicherheiten hemmen Investitionen und Wachstum. Dieses wird voraussichtlich weniger stark ausfallen.

Die Prognostiker sind sich einig, dass die Schweizer Wirtschaft im nächsten Jahr langsamer wachsen wird als im laufenden Jahr. Begründet wird dies unter anderem mit einer nicht mehr so rund laufenden Weltwirtschaft und einer «gedämpften Lohnentwicklung».

Gleich drei Prognosen für die weitere Entwicklung des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) wurden diese Woche publiziert. Und alle kamen zum gleichen Schluss: 2019 wird das Wachstum schwächer ausfallen als im auslaufenden Jahr. So geht die Expertengruppe des Bundes (Seco-Prognose) von einer Abschwächung auf 1,5 Prozent von 2,6 Prozent aus und die Ökonomen der Credit Suisse auf 1,7 von 2,7 Prozent. Der Experten-Konsens der ETH-Konjunkturforschungsstelle schliesslich sieht das BIP-Wachstum 2019 noch bei 1,6 nach 2,6 Prozent im 2018.

Zuvor hatten schon andere Institute ähnliche Werte genannt. So sagt zum Beispiel die Schweizerische Nationalbank für 2019 ein Wachstum von «rund 1,5 Prozent» voraus, nachdem sich für das ablaufende 2018 ein Wert von «rund 2,5 Prozent» abzeichne.

Uneinigkeit beim Arbeitslosigkeit

Uneinig sind sich die Prognostiker, was den Konsum betrifft. Bei dieser wichtigen BIP-Komponente gehen die Seco-Experten von einer nur leichten Beschleunigung auf 1,1 von 0,9 Prozent aus, die CS-Ökonomen hingegen erwarten einen deutlicheren Anstieg auf 1,4 von 1,0 Prozent. Letztere betonen die sinkende Arbeitslosenquote, welche sich positiv auf die Konsumentenstimmung übertragen sollte.

Auch das Seco bezeichnet die Lage am Arbeitsmarkt zwar als «sehr gut» und geht für 2019 von einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 2,4 Prozent aus (Prognose 2018: 2,6 Prozent). Auf der anderen Seite verringerten jedoch die «gedämpfte Lohnentwicklung» in der jüngsten Vergangenheit sowie die positive Teuerung die reale Kaufkraft der Haushalte. Folglich bleibe die Konsumneigung gering.

«Beträchtliche Risiken»

Die Prognostiker betonen die Risiken für ihre Vorhersagen. Sollte der Handelsstreit weiter eskalieren, würden die Weltkonjunktur und der Welthandel stärker ausgebremst als in der Prognose angenommen, hiess es etwa vom Seco. Das sieht auch VP Bank ähnlich. «2019 schwimmt die Wirtschaft zunächst im Fahrwasser der globalen Abkühlung», sagt  Bernd Hartmann, Chefstratege der VP Bank. Die grosse Frage sei, in wie weit sich die Abkühlung fortsetze. Das hängt unter anderem davon ab, wie sich der Brexit gestaltet und wie sich der Handelsstreit zwischen den USA und China nach den 90 Tagen Schonfrist weiterentwickelt. Kommt es zu einem Waffenstillstand oder gar einer Eskalation? Auch die Ausgestaltung des Brexits birgt noch einige Fragezeichen. «Da zudem Börse und Konjunkturindikatoren verhalten gestimmt sind, halten sich Unternehmen mit Investitionen zurück, was das Wachstum dämpft.» Im Basisszenario geht die VP Bank nur von einer zyklischen Abschwächung aus. «2019 wird es schon noch Wachstum geben, jedoch tiefer als 2018. Wir sehen ein Wachstum der Weltwirtschaft von 3,3 Prozent», sagt Hartmann. Das sei ähnlich wie in den Vorjahren.

Portfolio überprüfen

Für das Börsenjahr 2019 ist Hartmann etwas zurückhaltender als der Durchschnitt der Analystenkollegen. Das ablaufende Jahr sei ein untypisches Jahr gewesen. «Das Wachstum der Unternehmensgewinne war besonders stark und lag erstmals seit 2012 höher als die Erwartungen zu Jahresbeginn, dennoch war die Performance negativ.»

Die VP Bank empfehle derzeit ihren Kunden eine Überprüfung des Portfolios. Zum Beispiel, ob vielleicht aufgrund der starken Vorjahren Aktien im Depot zu hoch gewichtet sind, respektive Aktien von Unternehmen gehalten werden, die wenig profitabel sind oder die hochverschuldet sind. 

Grundsätzlich empfiehlt Hartmann für Anfang Jahr eine eher defensive Ausrichtung des Portfolios. «Es darf auch gerne etwas Gold dabei haben. Wer bei Aktien ein bisschen Sex-Appeal drin haben möchte, kann auf den Gesundheitssektor setzen. Dabei haben wir nicht Pharmawerte im Blick, sondern Dienstleister, die helfen, die Kosten im Gesundheitswesen zu senken.» Zum Beispiel Titel, die mittels Digitalisierung Prozesse vereinfachen. Grundsätzlich seien Aktien von Unternehmen attraktiv, die im Bereich Automatisierung und Roboterisierung tätig sind. «Für Unternehmen sind das wichtige Hebel, um die Marge zu verbessern.» (jeb/sda)

21. Dez 2018 / 15:19
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