• Die Teuerung ist in der Schweiz im November weniger gestiegen als befürchtet. Die Menschen können sich deshalb mehr leisten. (Archiv)
    Die Teuerung ist in der Schweiz im November weniger gestiegen als befürchtet. Die Menschen können sich deshalb mehr leisten. (Archiv)  (KEYSTONE/CHRISTIAN MERZ)

Teuerung schwächer als erwartet

Die Konsumentenpreise in der Schweiz sind im November auf Monatsbasis etwas stärker zurückgegangen als erwartet. Die schwache Inflation könnte Experten zufolge die Nationalbank veranlassen, länger als bislang erwartet an den heutigen Negativzinsen festzuhalten.
Neuenburg. 

Das Preisniveau gemessen am Landesindex der Konsumentenpreise (CPI) verminderte sich im November im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent auf 101,8 Punkte (Basis Dez. 2015 = 100). Innert Jahresfrist betrug die Teuerung damit 0,9 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte.

Importgüter verbilligen sich im Monatsvergleich deutlicher

Die für den Berichtsmonat ausgewiesenen Werte liegen unter den Erwartungen. Ökonomen hatten einen Anstieg der Jahresteuerung im Bereich von 1,0 bis 1,2 Prozent erwartet.

Für das Analysehaus Capital Economics kommt insbesondere der Rückgang bei der sogenannten Kerninflation überraschend. Rechnet man bei der Preisberechnung nämlich Kategorien wie frische und saisonale Produkte, Energie und Treibstoffe heraus, dann ergibt sich bei der Kerninflation zum Vormonat ein Minus von 0,2 Prozent bzw. zum Vorjahr ein Plus von 0,2 Prozent.

Capital Economics sieht die Gründe dafür vor allem bei der jüngsten Frankenaufwertung. Das legt ein Blick auf die Zusammensetzung der Inflation nahe: Gegenüber dem Vormonat verbilligten sich die Importgüter (-0,6%) deutlicher als die Inlandgüter (-0,1%). Im Vorjahresvergleich geht diese Schere noch deutlicher auseinander: Der Index für Importgüter stieg um 2,2 Prozent, jener für Inlandgüter nur um 0,5 Prozent.

Zinserhöhung möglicherweise erst 2020

Dazu komme, dass auch der inländische Preisdruck verhalten bleibe, schrieb das Analysehaus. Zuletzt war auch die Wirtschaft ins Stolpern gekommen; im dritten Quartal war das Bruttoinlandprodukt für viele Ökonomen überraschend geschrumpft. Die Schweizer Währungshüter dürften deshalb ihre eigenen Inflations- und Wachstumsprognosen nach unten anpassen, vermutete die Onlinebank Swissquote in einem Kommentar.

Auch Capital Economics weist auf die Folgen der jüngsten Konjunkturdaten für die Geldpolitik hin: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) dürfte wohl noch länger damit zuwarten, die geldpolitischen Zügel anzuziehen, als bislang von Investoren erwartet. Stattdessen dürfte sie nun bis 2020 die Zinsen unverändert belassen, schrieb Capital Economics.

Derzeit gehen die meisten Experten davon aus, dass die Europäische Zentralbank im kommenden Herbst eine erste Zinserhöhung vornimmt und dass die SNB dann nachziehen könnte. Das geht aus einer Umfrage der Nachrichtenagentur AWP von Ende November hervor.

Einige Ökonomen gingen jedoch schon zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass die SNB bis 2020 zuwarten könnte. Die Nationalbank stemmt sich seit einigen Jahren mit Negativzinsen und gelegentlichen Eingriffen am Devisenmarkt gegen eine zu starke Aufwertung des Frankens. (sda/awp)

04. Dez 2018 / 12:31
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