• Die Vorgänge bei der Waadtländer Lokalzeitung "La Région" werfen hohe Wellen. Über 800 Unterzeichner missbilligen die "verschleierte Entlassung" in einer Petition an den Verwaltungsrat.
    Die Vorgänge bei der Waadtländer Lokalzeitung "La Région" werfen hohe Wellen. Über 800 Unterzeichner missbilligen die "verschleierte Entlassung" in einer Petition an den Verwaltungsrat.  (Keystone/JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Schelte an Verwaltungsrat von "La Région"

Der Abgang der Chefredaktorin der Lokalzeitung "La Région" wirft im Kanton Waadt weiterhin hohe Wellen. Über 800 Unterzeichner missbilligen in einer Petition an den Verwaltungsrat die "verschleierte Entlassung".
Yverdon-les-Bains VD. 

In weniger als einer Woche seien 820 Unterschriften gesammelt worden zeigte sich der Waadtländer SP-Nationalrat Nicolas Rochat Fernandez am Donnerstag in einem Communiqué erfreut. Die Petition sei sowohl von linken als auch von rechten Volksvertretern unterzeichnet worden. Das Schreiben wird nun per Post an den Verwaltungsrat der in Yverdon-les-Bains VD veröffentlichten Zeitung "La Région" geschickt.

Das Kontrollgremium hatte die Chefredaktorin Caroline Gebhard Ende Juni vorgeladen. Seither arbeitet diese nicht mehr für die Zeitung. Nach Ansicht ihres Anwalts handelt es sich um eine missbräuchliche Kündigung. Die Anwälte der Zeitung sprechen hingegen von einem freiwilligen Abgang der Chefredaktorin.

Gebhards Ausscheiden war Ende Mai ein Beschwerdebrief an die Zeitung "im Namen der Gemeinde Yverdon" vorausgegangen. Der freisinnige Stadtpräsident Jean-Daniel Carrard äusserte darin Kritik an der Berichterstattung über lokale Ereignisse. Zudem kündigte die Stadt der Zeitung an, dass sie ihre Informationsseiten für die Bevölkerung künftig nicht mehr in dem Blatt veröffentlichen werde. Carrard und seine Parteikollegen in der Exekutive bestreiten jedoch, dass die Stadt Druck ausgeübt habe.

Politische Krise

Die Enthüllung dieser Ereignisse durch die Medien hat zu einer politischen Krise in der Stadt am Neuenburgersee geführt. Am Dienstag brachen die drei linken Stadträte mit dem Kollegialitätsprinzip, indem sie sich öffentlich weigerten der materiellen Sanktion gegen die Zeitung Folge zu leisten.

Die bürgerliche Mehrheit in der Stadtexekutive Yverdons warf der Linke im Gegenzug Lügen vor. Den Bruch mit dem Kollegialitätsprinzip bezeichneten sie als "ungerechtfertigt". (sda)

11. Jul 2019 / 16:01
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