• Nur jede zweite berufstätige Frau leistet regelmässig Beiträge an die private Altersvorsorge. (Archivbild)
    Nur jede zweite berufstätige Frau leistet regelmässig Beiträge an die private Altersvorsorge. (Archivbild)  (KEYSTONE/SAMUEL TRUEMPY)

Frauen sorgen oft zu wenig fürs Alter vor

Statistisch gesehen leben Frauen länger als Männer. Entsprechend müssten sie sich eigentlich mehr um die finanzielle Absicherung im Alter sorgen, zumal sie auf Grund der Familienplanung öfter einen Einkommensausfall haben als Männer.
Zürich. 

Am Beispiel der privaten Altersvorsorge zeigt sich aber, dass insbesondere junge, kinderlose Frauen diese Vorsorgemöglichkeit noch viel zu wenig nutzen.

Nur rund jede zweite erwerbstätige Frau (51 Prozent) leistet regelmässig Beiträge an die dritte Säule (3a), zeigt eine von der Credit Suisse am Donnerstag veröffentlichten Studie zur privaten Altersvorsorge in der Schweiz. Dagegen würden 58 Prozent der Männer in der Schweiz in die gebundene Vorsorge einzahlen.

Mit Kindern steigen die 3a-Einzahlungen

Bei den jungen, ledigen, und in einem hohen Arbeitspensum tätigen Frauen ohne Kinder beträgt der Anteil der regelmässigen 3a-Einzahlerinnen je nach Einkommen und Ausbildungsniveau gar nur 33 Prozent bis 45 Prozent. Auch geschiedene, alleinstehende Frauen investieren unterdurchschnittlich in die gebundene Vorsorge (48%), wie auch Frauen in Partnerschaften mit Kindern und tiefen Einkommen (35%).

Unter den Frauen in Doppelverdienerpaaren zahlen diejenigen mit Kindern tendenziell häufiger (61% bis 70% je nach Einkommen und Beschäftigungsgrad) in die Säule 3a ein als jene ohne Kinder (60% bis 63%). Dies obwohl ihr Einkommen im Durchschnitt tiefer ausfiel als bei den sogenannten DINKS ("double income no kids").

Einkommensunterschiede

Der tiefere Frauenanteil bei den Einzahlungen erklärt sich gemäss der Credit Suisse primär mit Einkommensunterschieden. Denn unter gleichen Bedingungen - etwa gleiches Alter und gleiches Ausbildungs- und Einkommensniveau - würden Frauen leicht häufiger in die 3a-Säule einzahlen als Männer.

Mit 51'600 Franken lag das mittlere jährliche Bruttoerwerbseinkommen der 2015 zur privaten Vorsorge befragten Frauen rund 35 Prozent tiefer als bei den Männern (79'730 Franken). Tiefere Beschäftigungsgrade und häufigere Erwerbsunterbrüche bei Frauen - u.a. im Zusammenhang mit der Kinderbetreuung - seien für einen Teil dieser Lohnkluft verantwortlich, so die Credit Suisse weiter.

Nachzahlungen ermöglichen

Da im überobligatorischen Teil der beruflichen Vorsorge aber die Leistungen sinken, gewinnt die private Vorsorge zunehmend an Bedeutung. Bei der Säule 3a sieht die Credit Suisse aber Reformbedarf. Nach Auffassung der Grossbank der Gesetzgeber die Möglichkeit einräumen, 3a-Einzahlungslücken später zu stopfen.

Dies käme besonders Frauen zugute, aber auch Studenten, Weiterbildungsteilnehmern und anderen Personen, die aus verschiedenen Gründen eine Auszeit vom Erwerbsleben nehmen. (sda/awp)

11. Apr 2019 / 10:36
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