• VP Bank
    3,1 Prozent der Kundenvermögen kommen aus Russland.  (Urs Baerlocher)

VP Bank: Kläger fordern 25 Millionen

Eine Klage gegen die VP Bank zieht sich seit Jahren hin. 25 Millionen US-Dollar werden gefordert. Die Bank selbst sieht das aber gelassen.

Der Erfolg der VP Bank in Russland wird seit drei Jahren von einer Klage überschattet. Die Bank wird von  juristischen Auseinandersetzungen geplagt, in denen Kläger insgesamt 25 Millionen Dollar einfordern. Seit Ende 2016 ist in den Geschäftsberichten der VP Bank die Rede von Forderungen in Höhe von 10 und 15 Millionen Dollar, welche die russische Agentur für Einlagensicherung nach dem Konkurs zweier russischer Banken geltend gemacht hat.

Bisher noch weniger bekannt: Ein Gerichtsvollzieher hat am 7. Juni 2018 das Enforcement-Verfahren gegen das Representative Office in Moskau eröffnet, wie das Schweizer Online-Nachrichtenportal «Finews» gestern berichtete. Trotzdem sieht die Bank offenbar keine Grundlage für die Klage. In beiden Fällen erachtet sie das Risiko eines Vermögensabflusses als so gering, dass sie keine Rückstellung gebildet hat. Konkret geht es bei der Klage um eine Kreditvergabe an ausländische Firmen und der Pfändung von Geldern zugunsten dieser ­Firma bei einem russischen In­stitut kurz vor dem Konkurs. Dadurch seien sowohl die Gläubiger der Bank wie auch der Regulator geschädigt worden.

«Nicht dramatisch für Russland-Geschäft»

Die VP Bank hat inzwischen seine Repräsentanz in Moskau geschlossen. «Der Streit ist in keiner Weise dramatisch für unser Russland-Geschäft. Der Betrieb un­seres Rep-Offices in Moskau ist für das Russland Geschäft der VP Bank nicht relevant», betont Rudolf Seuhs als Mediensprecher der Bank. «Die Schliessung des Büros erfolgte rein aus Effizienzüberlegungen sowie zur Reduzierung von Komplexitäten und Kosten und steht in keinerlei Zusammenhang mit laufenden Verfahren», heisst es von Seuhs weiter. Letztendlich ist das Lichterlöschen in Moskau nur ein kleiner Einschnitt für die Gruppe mit insgesamt über 860 Mitarbeitern: Es war keine eigene Bank in Russland, sondern eine Repräsentanz  der VP Bank Schweiz. Nur drei Personen waren angestellt: ein Officer, eine Sekretärin und ein Chauffeur.

VP Bank wehrt sich gegen die Entscheidung

Auch ohne das Büro in Moskau geht der Rechtsstreit für die Gruppe vorerst weiter. Ein Appella­tionsgericht in Moskau ver­pflichtete die VP Bank Schweiz im Mai 2017 zur Zahlung von rund 10 Millionen Dollar. Die russische Agentur für Einlagensicherung hat versucht, ihre Ansprüche direkt von einem Konto der VP Bank (Schweiz) AG bei einer russischen Bank in Russland zu erlangen. Da die Gruppe die Richtigkeit dieser Entscheidung bestreitet, wird sie nicht auf diese Forderung ein­treten. So schreibt es die VP Bank in ihrem Geschäftsbericht. Die Gruppe habe zudem Massnahmen zum Schutz ihrer eigenen Interessen eingeleitet.

Auch wenn das Geschäft zuletzt in Russland unter keinem guten Stern stand, so ist die VP Bank  eigentlich im osteuropäischen Land sehr erfolgreich. 3,1 Prozent der Kundenvermögen kommen aus Russland. Damit ist es der fünftgrösste Markt für die VP Bank, nach Liechtenstein mit 36,2 Prozent, der Schweiz mit 16,5 Prozent sowie Luxemburg und Deutschland. (dal)

16. Jan 2019 / 07:55
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