Post will «spürbar investieren»

DHL errichtet in der Schweiz ein Paketnetz für Privatkunden. In Liechtenstein sind vorerst keine Service Points geplant. Effekte auf die hiesige Post sind dennoch möglich, sagt deren Mediensprecher Wolfgang Strunk.

Als der deutsche Logistik-Riese DHL neulich den Aufbau eines eigenen Paketnetzes für Privatkunden in der Schweiz publik machte, deuteten die nationalen Medien dies geschlossen als «Angriff auf die Schweizer Post». Das Unternehmen macht aus seinen grossen Ambitionen auch gar keinen Hehl. Mit 1000 sogenannten Service Points – darunter auch Filialen der Supermarktkette Spar als wichtigstem Partner – will man zumindest die Nummer zwei hinter der heimischen Post werden, hielt Günter Birnstingl, Leiter der neu gegründeten DHL Parcel Switzerland gegenüber der «Sonntags-Zeitung» fest. Bislang hatte sich die Tochter der Deutschen Post in der Schweiz mit DHL Express vor allem auf Geschäftskunden konzentriert.


Das Liechtensteiner Gebiet wird das DHL-Netz vorerst nicht umfassen. «Derzeit planen wir keinen DHL Service Point in Liechtenstein, da sich unsere Aufmerksamkeit nach dem gerade erfolgten Marktstart aktuell auf den Auf- und Ausbau unserer Dienstleistungen in der Schweiz richtet», heisst es von Konzernseite. Was nicht ist, kann freilich noch werden, wie der Stellungnahme bereits im nächsten Satz zu entnehmen ist: «Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass wir in Zukunft auch in Liechtenstein mit DHL Parcel tätig werden.»
Für die Liechtensteinische Post bedeutet die vorläufige Zurückhaltung der DHL den Fortbestand eines grossen Wettbewerbsvorteils im Privatkundensegment. Immerhin bleibt sie dort der einzige Anbieter mit Zugangspunkten innerhalb des Landes. Bei allen anderen Paketdienstleistern sei für Privatkunden der Gang über die Grenze erforderlich, was das Versenden eines Pakets entsprechend aufwendig mache, sagt Mediensprecher Wolfgang Strunk. Trotzdem ist ein Effekt der jüngsten Entwicklungen in der Schweiz auf die hiesige Post nicht auszuschliessen, wie er einräumt. «Da wir als Zustellorganisation für die Schweizerische Post in Liechtenstein agieren, könnte diese ‹DHL-Offensive› durchaus auch Auswirkungen auf die Liechtensteinische Post AG haben.» Wie genau diese aussehen könnten, lässt Strunk offen. Darüber könne gegenwärtig nur spekuliert werden.

Schon heute stark umkämpft ist der Liechtensteiner Paketmarkt laut Strunk im Geschäftskundensegment. Ein Ausdruck davon ist unter anderem, dass DHL, respektive DHL Express, in diesem Bereich sehr wohl Service Points in Liechtenstein unterhält – den einen bei der Wirtschaftskammer, den anderen im «Kommod». Gleichwohl sieht sich die Liechtensteinische Post bezogen auf den gesamten nationalen Markt weiterhin als Nummer eins. «Wir gehen aktuell davon aus, dass wir immer noch die meisten Anteile im Paketgeschäft halten», so Strunk. 2017 verarbeitete die Post nicht weniger als 1,2 Millionen Pakete.
Damit die starke Position in einem boomenden Markt erhalten bleibt, will die Post «spürbar investieren», wie Strunk betont. Einerseits gehe es darum, mit der Konkurrenz mitzuhalten, andererseits darum, dem veränderten Verhalten der Bevölkerung Rechnung zu tragen. Speziell im Bereich der Online-Services, beispielsweise beim Tracking, sieht die Post gemäss Strunk noch einiges an Handlungsbedarf. 

14. Sep 2018 / 21:00
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