• Mausi Marroni, Schaan
    Peter Schädler könnte sich vorstellen, ein Lama zu sein. Der Unternehmer sorgt sich um das Bargeld und blickt zum Entspannen ins Valünatal.  (Tatjana Schnalzger)

Peter Schädler: «Ich röste Maroni für den Fürsten»

Die meisten kennen Peter Schädler bloss als «Mausi». Ein äusserst ungewöhnlicher Auftrag führte den gelernten Landmaschinenmechaniker und Hochbau-Maurer zu seiner wahren Berufung. Ist es kalt, schenkt er Glühwein in Schaan aus. Im Sommer ist «Mausi» mit seinen Gelati auf den Jahrmärkten unterwegs.

Warum haben Sie sich gerade für diese berufliche Tätigkeit entschieden?

Einmal musste ich für meinen Arbeitgeber Maroni machen. Dadurch bin ich auf den Geschmack gekommen. Kurz darauf habe ich mir eine eigene Pfanne gekauft. Eine Zeitlang führte ich das Geschäft nebenbei, am Wochenende und während der Ferien, in der «Mausi»-Hütte. Diese habe ich von meiner Tante geerbt. Die Nachfrage wurde immer grösser, also machte ich das Hobby zu meinem Beruf.

Welcher Beruf wäre Ihre Alternative gewesen?

Eine Tätigkeit im Gartenbau.

Was ist Ihr täglicher Antrieb?

Der Umgang mit den Menschen und dass ich von meiner Arbeit leben kann.

Was bereuen Sie, im Leben getan oder nicht getan zu haben?

Dass ich nicht schon früher den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt habe. Sie bringt gewisse Freiheiten mit sich, die die dazugehörenden Schattenseiten überwiegen.

Welchen Satz oder welche Ausdrucksweise können Sie nicht mehr hören?

Im Winter: «Jetzt hätte ich gerne ein Eis.» Im Sommer: «Warum hast du keine Marroni?»

Schenken Sie uns eine Lebensweisheit.

Jeden so sein lassen, wie er ist. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht, denn jeder hat seine Macken.

Was bringt Sie zum Lachen?

Eigentlich alles: Sei es, wenn ich einen Vogel beobachte, Schnee schaufle oder einfach in Gedanken schwelge.

Ihre prägendste Lebensschule?

Eine glückliche Kindheit, ohne Einfluss von Technik und in einfachen Verhältnissen.

Welche Musik hören Sie gerne?

The Who, Queen und Pink Floyd  ich könnte noch eine Stunde lang weitere Rockbands aufzählen.

Bei welcher Musik stellen Sie sofort das Radio ab?

«Hulapalu» ? mit diesem Lied trifft Gabalier nicht meinen Geschmack.

Ihr Lieblingsbuch?

«Schlafes Bruders» vom Vorarlberger Robert Schneider hat mich berührt.

Welches Tier wären Sie gerne einen Tag lang?

Ein Lama: Mein Neffe hat welche, die gelassen wirken.

Gesundes Lieblingsgericht?

Alles ist gesund, solange es der Seele wohltut.

Sündiges Lieblingsgericht?

Pommes frites mit Kräuterbutter.

Wie haben Sie Ihren ersten Lohn verdient?

Zuhause auf dem Bauernhof, um für ein Moped zu sparen.

Wie würden Sie eine Million Franken ausgeben?

Muss man gleich alles auf einmal ausgeben?

Wie sehen Ihre Traumferien aus?

Es spielt keine Rolle, wo es hingeht. Hauptsache, ich fühle mich dort gleich wohl und komme überhaupt nicht erst auf die Idee, den Laptop einzuschalten

Nehmen wir an, H. G. Wells Zeitmaschine gäbe es wirklich. In welche Zeit würden Sie reisen und was würden Sie dort tun?

Vermutlich würde ich 100 Jahre zurückgehen und erkunden, wie die Leute damals in Liechtenstein gelebt haben. Es ist erstaunlich, wie sich das Land seither entwickelt hat.

Wenn Sie an das Rheintal denken, sehen Sie ...?

Eine wunderschöne Landschaft, die nach dem Saminatal zu meiner zweiten Heimat geworden ist und schon länger von Katastrophen bewahrt blieb.

Eine bekannte Persönlichkeit, mit welcher Sie gerne einmal zu Abend essen würden ? und verraten Sie uns, warum.

Fürst Hans-Adam II. Die Fürstenfamilie ist manchmal bei mir am Stand oder holt Maroni. Beim Essen könnte ich ihn deshalb fragen, ob ich mich als Hoflieferant bezeichnen darf.

Ein Trend, der unterschätzt wird?

Die Abschaffung des Bargelds. Es bleibt immer eine Fehlerquelle und was passiert mit den Zahlungen, wenn die Elektronik versagt?

Wie schalten Sie am besten ab?

Der Steg ist mein Ruhepol. Wenn ich nur schon 15 Minuten ins Valünatal blicke und die Kuhglocken höre, ist das Entspannung pur für mich.

Interview: gk

13. Jan 2019 / 12:23
Geteilt: x
1 KOMMENTAR
Lieber Mausi
Ein tolles sympathisches Intetview mit Herz und Verstand-gefällt mir sehr gut und das Lesen hat mir Freude bereitet!
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 14.01.2019 Antworten Melden

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