• «Bad Rans»-Prozess im Sarganserland hat begonnen.
    «Bad Rans»-Prozess im Sarganserland hat begonnen.  (Michelic&&Partner Software GmbH)

Millionenpleite trifft Liechtensteiner Firmen

Durch das gescheiterte Hotelprojekt «Bad Rans» in Sevelen und anderen Projekten müssen auch etliche Unternehmen aus Liechtenstein um ihr Geld bangen.

Diese Woche ging ein Grossprozess in die erste Runde, bei dem auch das misslungene Hotelprojekt «Bad Rans» in Sevelen verhandelt wird. Vor dem Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland müssen sich ein Dutzend Beschuldigte verantworten, die in krimineller Absicht Bauprojekte aufgegleist und mehrere hundert Anleger um ihr Geld gebracht haben sollen. So lautet zumindest der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Die Angeklagten sollen unter anderem für die Pleite des gescheiterten Hotelprojektes «Bad Rans» in Sevelen verantwortlich sein. 

Hunderte Anleger verlieren Gelder

Die Beschuldigten sollen die Pleite der Genossenschaft «Bad Rans» mutwillig herbeigeführt und Gelder der Anleger gezielt in die eigene Tasche gesteckt haben. Mithilfe einer eigenen Aktiengesellschaft haben sie der Genossenschaft fiktive Rechnungen gestellt. Gutgläubige Anleger sollen so über sechs Millionen Franken verloren haben. Doch das Hotelprojekt soll nicht die einzige kriminelle Machenschaft sein.  Bei der Wohnbaugenossenschaft Isenbach (Kanton Zürich) verloren über 500 Anleger ihr Geld. Sie investierten in Anteilscheine. Das Genossenschaftskapital von 20 Millionen Franken ging verloren. Während des Konkursverfahrens meldeten sich 210 Gläubiger mit Forderungen von über 43 Millionen Franken.

Regionale Firmen betroffen

Bei den verschiedenen Projekten sind laut Anklageschriften auch einige Liechtensteiner Unternehmen auf ihren Rechnungen sitzen geblieben oder getäuscht worden. Die Genossenschaft Bad Rans blieb den Unternehmen und Lieferanten ihre Leistungen zum Beispiel entweder ganz oder teilweise schuldig. Dazu zählt etwa der Haustechnik-Spezialist Mavag AG in Mauren. Die Firma ist einer der Privatkläger im grössten Prozess, der wohl jemals vor dem Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland verhandelt wurde. In der Anklageschrift ist die Mavag AG als Zivilkläger aufgeführt mit einem Betrag von fast einer halben Million Franken. 

Weitere betroffene Firmen aus Liechtenstein sind die Hilti Glasbau AG, die Kolb Elektro SBW AG, die Plättli Goop AG sowie Frickbau. Die Baufirma Frickbau AG der Gebrüder Frick in Schaan hatte aufgrund einer Ausschreibung der Wohnbaugenossenschaft Isenbach (WBGI) die Baumeisterarbeiten für die Überbauung Chirchfeld (Mehrfamilienhäuser) für 2,3 Millionen Franken offeriert. Anfang September 2008 wurde mit den Baumeisterarbeiten begonnen. Auch hier gab es kriminelle Machenschaften einiger Angeklagter. Für die Baustelle Chirchfeld in Sevelen stellte einer der Beschuldigten fiktive Baurechnungen in der Höhe von 1,2 Millionen Franken aus. Er entzog zudem aus Eigen- und geschäftlichen Interessen und mit fiktiven Rechnungen dem Kredit für die Überbauung Chirchfeld weitere Gelder. Dazu wurde die Briefkastenfirma Tomabo AG genutzt. Der Baukredit für die Überbauung über 2,2 Millionen Franken stammte von der VP Bank, die von den Angeklagten durch fiktive Rechnungen getäuscht wurde. 
Es gab zweckwidrige Entnahmen von circa 2,1 Millionen (an Frickbau und Tomabo), die 22,8 Prozent der Baukosten der Überbauung Chirchfeld  umfassten. Der WBGI fehlten in der Folge die Mittel für die Fertigstellung der Überbauung. 

Gelder wurden verschleudert

Da die WBGI nicht alle beteiligten Unternehmer bezahlen konnte, sprang die Genossenschaft Bad Rans ein. Ein Angeklagter löste Zahlungen an Bauhandwerker der Überbauung Chirchfeld aus, was zu Lasten der von der Genossenschaft Bad Rans dringend benötigten Liquidität für den Kauf von Land sowie Planer-Zahlungen ging. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet unter anderem: Misswirtschaft, ungetreue Geschäftsbesorgung, versuchter Betrug und mehrfache Urkundenfälschung. Es gilt die Unschuldsvermutung. von Dorothea Alber

09. Nov 2018 / 18:26
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