•  (Daniel Ospelt)

Michael Seidl: Zurück im Rampenlicht

Finanzmanager Michael Seidl hatte über mehrere Jahre Anleger um Millionen betrogen, unter anderem auch Prominente wie Rennfahrer Niki Lauda. Nach seiner Haft gerät der Deutsche wieder in die Schlagzeilen.

Mehrere Prozesse, Dutzende Kläger und ein Millionenloch hinterliess das Schneeballsystem von Seidls Money Service Group mit Sitz in Liechtenstein und der Samiv AG mit Sitzen im Ausserrhodischen Herisau und in Rorschach am Bodensee. 2011 flog das System auf und Seidl wanderte ins Gefängnis. Das Kriminalgericht verurteilte Seidl im Oktober 2012 zu neun Jahren Haft, in der Berufung reduzierte das Obergericht die Strafe auf sieben Jahre. 

Im Frühling 2016 wurde Seidl aus der Haft für die Liechtensteiner Strafe entlassen. Danach arbeitete er beim Vorarlberger Sozialunternehmen Integra, welches Arbeitssuchenden Unterstützung, Tagesstrukturen und Arbeitseinsätze organisiert und begleitet. Bei Integra hatte Seidl bereits ein Praktikum absolviert, als er im Freigängervollzug noch den letzten Teil seiner Strafe verbüsste. Später wurde er bei Integra bis zum Leiter der Personalentwicklung befördert.

Das sorgte in Österreich für Spannungen. In einer parlamentarischen Anfrage fragte Nationalrat Gerald Loacker (Neos): «Unter welchen Umständen ist die Resozialisierung von deutschen Staatsbürgern nach Verurteilungen in der Schweiz und in Liechtenstein eine Aufgabe der Gemeinschaft der österreichischen Steuerzahler?» Weiter fordert Loacker, dass die Finanzen beim Sozialunternehmen durchleuchtet werden. Ein ehemaliger Integra-Mitarbeiter stellte in einer Anzeige die Behauptung auf, dass Integra Seidl eine Küche bezahlt haben soll und dass er ein Auto der Integra privat benutzte. Integra wehrte sich gegen die Vorwürfe und zeigte auf, dass die Nutzung des Autos vertraglich geregelt worden war und dass die Küche erstens noch nicht fertiggestellt wurde und zweitens von Seidl bezahlt werde. Ein Vorschuss sei schon geleistet worden. 

Haftstrafe in der Schweiz offen

Den Job bei Integra ist Seidl indessen los. Denn Seidl hatte gegenüber Integra verschwiegen, dass in der Schweiz noch eine Strafe offen ist, die er absitzen muss. Nach öffentlichem Druck wurde das Arbeitsverhältnis aufgelöst. Laut «Ostschweiz am Sonntag» soll Seidl dieses Jahr die Haftstrafe antreten. Vermutlich werde Seidl in den offenen Vollzug kommen, das heisst Seidl arbeitet und verbringt einen grossen Teil der Freizeit gemeinsam mit anderen Inhaftierten. Lediglich die Ruhezeit sowie ein kleiner Teil der Freizeit wird Seidl in der Zelle verbringen. Offen ist noch, ob Seidl in die Strafanstalt Saxerriet, die Anstalt in Gmünden, Appenzell Ausserrhoden, oder in der bündnerischen Justizvollzugsanstalt Realta einrücken wird sowie der Zeitpunkt des Haftantritts. (jeb)

25. Jan 2019 / 18:37
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