• Klinik Gaflei: Weitere Partner gesucht
    Bis zu 250 Patienten sollen jährlich in Gaflei behandelt werden. Die Privatklinik richtet sich an Menschen mit schweren Erkrankungen aus dem depressiven Formenkreis. Am 1. April 2019 öffnet die Klinik ihre Türen.  (zvg)

Klinik Gaflei: Weitere Partner gesucht

Der Krankenversicherer Concordia und die Betreiber des Clinicum Alpinum haben sich kürzlich auf eine Kooperation für Versicherte in Liechtenstein geeinigt. Wie Michaela Risch, Mitinitiantin der Klinik, sagt, werden weitere Zusammenarbeiten angestrebt.
Gaflei. 

Frau Risch, diese Woche wurde bekannt, dass das Clinicum Alpinum eine Kooperation mit der Krankenkasse Concordia eingeht. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Michaela Risch: Die Kooperation kam zustande, nachdem wir mit den Verantwortlichen der Concordia Krankenversicherung schon vor längerer Zeit in Kontakt getreten waren. Hintergrund waren die sich häufenden Anfragen aus Liechtenstein betreffend die Behandlungsmöglichkeit für Liechtensteiner und Liechtensteinerinnen in der Klinik. Somit wollten wir Klarheit schaffen.  
Der Vertrag gilt im Bereich der halbprivaten und privaten Spitalversicherung. Was heisst das konkret? 
Hier ist es wichtig zu verstehen, dass, wie wir das in der Pressemitteilung auch dargelegt haben, die Finanzierung im stationär psychiatrischen Kontext anders funktioniert als in der Körpermedizin. Vor diesem Hintergrund ist relevant, dass der OKP-Sockelbetrag für stationär-psychiatrische Leistungen vollumfänglich seitens der Krankenversicherung bezahlt wird und der Staat hier keinen direkten Beitrag leisten muss. Dies hat konsequenterweise zur Folge, dass der OKP-Sockelbetrag, der sogenannte Referenzbetrag für psychiatrische Leistungen, mit dem Patienten in die von ihm gewählte Klinik mitwandert, wobei die Wahlmöglichkeiten hier als «überschaubar» eingeschätzt werden müssen. Dies gab uns die Möglichkeit, mit der Concordia nur mehr über die Zusatzversicherung zu verhandeln, weil der OKP-Sockelbetrag ohnehin auch nach Gaflei ausgerichtet werden muss oder bis nach Gaflei «wandert» (lacht). Zusammengefasst heisst dies: Die Concordia-Krankenversicherung übernimmt für Halbprivat- und Privatpatienten die vollen Kosten für einen stationären Behandlungsaufenthalt ihrer Versicherten bei Vorliegen einer schweren Depression. Für Allgemein versicherte Patienten wird der – wie bereits erwähnt – «mitwandernde» OKP-Sockelbetrag seitens der Kassen übernommen. Den Aufpreis auf zumindest die halbprivaten Leistungen müssen diese dann selbst tragen.
Werden nun Patienten, die bei der Concordia versichert sind, bevorzugt behandelt?
Es gilt das Prinzip, dass vorliegende Behandlungsindikation und die Schwere der Erkrankung sowie eine vorliegenden Kostengutsprache über den Eintrittszeitpunkt entscheiden. Die Klinik und die involvierten Fachkolleginnen und Kollegen entscheiden über Eintritt nach medizinischen Gesichtspunkten. Die Patientinnen und Patienten, die bei der Concordia versichert sind, werden nach einem schlanken Prozedere, welches wir mit den Verantwortlichen festlegen konnten, über die zuständigen Vertrauensärzte direkt bei uns eintreten können. Voraussetzung ist eine Kostengutsprache, welche binnen Tagen erteilt wird.
Nach welchen medizinischen Kriterien erhalten Patienten einen Platz in der Klinik?
Die Kriterien konnten zusammen mit zuständigen Stellen der Concordia insoweit verhandelt werden, dass Patientinnen und Patienten mit schweren Affekt-
erkrankungen, insbesondere schweren Depressionen und mitbegleitenden Störungen wie beispielsweise Schlafstörungen und oder Angststörungen, in unserer Klinik behandelt werden können.
Derzeit sollen Gespräche mit verschiedensten Krankenkassen im Gange sein, um ähnliche Kooperationen einzugehen. Wie sieht der Zwischenstand aus?
Es ist zutreffend, dass wir im deutschsprachigen Europa – Deutschland, Österreich, Schweiz – sowie in Norditalien weitere Kooperationen anstreben. Aber nicht nur mit Krankenkassen und privaten Krankenversicherern, sondern auch mit grösseren Firmen und deren betriebsärztlichen Diensten stehen wir in Kontakt, um Patientinnen und Patienten in eine qualifizierte Behandlung bringen zu können. Ferner sind wir aktiv dabei, unsere System- und Zuweisungspartner von unserem Angebot zu überzeugen. Gerne freuen wir uns, wenn wir noch vor Behandlungsstart am 1. April 2019 sowohl alle liechtensteinischen Krankenkassen als auch die relevanten schweizerischen und grossen österreichischen und deutschen Versicherer von unserem Angebot überzeugen können. Hier erhalten wir bereits jetzt positive Signale und freuen uns auf die Verhandlungen, die man sich oft komplizierter vorstellt, als sie dann in der Realität sind. (nb)

 

 

21. Dez 2018 / 07:08
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Fussball 1. Runde UEFA-Qualifikation Rueckspiel FC Vaduz - FC Bala-Town
Zu gewinnen 3 x 2 Karten für den Match gegen FC Schaffhausen
16.07.2019
Facebook
Top