•  (Eddy Risch)

Einblick in das Innenleben des WEF in Davos

«Dank dem WEF passiert sehr viel Gutes in der Welt», erklärte die Liechtensteinerin Katrin Eggenberger an einem Vortrag in Schaan. Die persönliche Mitarbeiterin von WEF-Gründer Klaus Schwab ist davon überzeugt, dass man nur mit Dialog weiterkommt.

Einmal im Jahr blickt die Welt nach Davos, egal ob Trump kommt oder nicht. Am WEF treffen sich die Reichen und Mächtigen der Welt, um an Panels teilzunehmen oder unter vier Augen Geschäfte oder Probleme abzuwickeln. An keinem anderen Anlass kommt so viel Polit- und Wirtschaftsprominenz zusammen. Mittendrin: Katrin Eggenberger aus Liechtenstein. Die persön­liche Mitarbeiterin von WEF-Gründer Klaus Schwab ist mitten im Geschehen. Anlässlich eines Vortrages in der Stein Egerta blickte sie mit den Besuchern hinter die Kulissen des Forums. 

«Jeder hat in Davos eine Stimme»
«Es braucht den Dialog», ist Eggenberger überzeugt. So heisst es auch im Risikobericht des diesjährigen WEF in Davos, dass globale Risiken zunehmen, die Bereitschaft, sie zu lösen, dagegen abnehmen. Es ist deshalb das Ziel von WEF-Gründer Klaus Schwab, seiner persönlichen Mitarbeiterin Eggenberger und 400 anderen Mitarbeitern möglichst viele Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen an einen Tisch zu bringen. «Jeder hat in Davos eine Stimme. Was er daraus macht, ist seine Sache.» Wichtig dabei sei aber, dass man den Dialog suche. Wenn man bestimmte Personen ausschliesse, werde man die Welt auch nicht verändern können. Dazu biete Davos den passenden Rahmen. Selbst Regierungschefs können aus Platzgründen nicht mit einer ganzen Entourage anreisen, sondern bewegen sich unkompliziert durch das verschneite Bergdorf. Wobei ganz unkompliziert geht es nicht: Aufgrund der winterlichen Verhältnisse erhielt jeder Teilnehmer einen Aufsatz für den Schuh, um besser für die vereisten Strassen gewappnet zu sein. In ihren Vortrag baute Eggenberger immer wieder solche Anekdoten ein und liess das Publikum spüren, was das WEF für sie bedeutet.

Was bringt das WEF tatsächlich?
Moderatorin Doris Quaderer fühlte Eggenberger dennoch auf den Zahn. Denn frei von Kritik ist das Forum bekanntlich nicht. So wurde unter anderem der elitäre Kreis angesprochen, während das «normale» Volk draussen bleiben muss. Es werde alles live übertragen und stosse weltweit auf Interesse, hielt Eggenberger dagegen. Martin Frick, der Leiter des Amtes für Auswärtige Angelegenheiten, pflichtete ihr bei: «Natürlich werden nicht alle ­Probleme gleich gelöst. Dafür braucht es den Dialog.» Doch deswegen müsse man keine Trennung zwischen Eliten und Volk herbeireden. Frick komplettierte im Anschluss an den Vortrag die Runde zusammen mit Claudia Fritsche, der ehemaligen UNO-Botschafterin Liechtensteins in New York. Letztere brach eine Lanze für das Forum: «Gäbe es das WEF nicht, man müsste es erfinden.» Dass es Kritik gebe, sei normal. Eine Organisation sei immer nur so gut, wie es deren Mitglieder zulassen. Für Katrin Eggenberger dagegen ist klar, dass das WEF bereits viel Gutes erreicht habe. Vieles passiere nun mal in kleinen Schritten. «Am WEF passiert aber viel mehr, als dass nur geredet wird. Wir sind über das ganze Jahr über präsent, in allen Teilen der Welt.» Nur so könne man zukunftsgerichtete Visionen erarbeiten – und optimalerweise auch umsetzen. (ags)

 

29. Jan 2019 / 22:06
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