• «Schaanel»-Besitzer Leonardo Simione
    «Schaanel»-Besitzer Leonardo Simione hat sein Hobby zum Beruf gemacht.  (zvg)

«Schaanel» bleibt vorerst geschlossen

Unter den gegebenen Bedingungen ist es nicht einfach, einen Nachtklub rentabel zu betreiben. Das «Schaanel» wartet deshalb mit der Wiedereröffnung ab, weil zu viele Fragen noch offen sind.

Darauf haben viele Nachteulen und Partytiger gewartet: Auf die Wiedereröffnung der Nachtklubs nach der Zwangsschliessung Mitte März. Vergangene Woche kam dann sowohl vom Schweizer Bundesrat als auch von der Liechtensteiner Regierung endlich grünes Licht: Ab dem heutigen Samstag dürfen Nachtklubs wieder ihre Türen öffnen.

Allerdings mit einigen Einschränkungen und vielen offenen Fragezeichen, so dass einige Klubbetreiber ihren Betrieb noch geschlossen halten. Auch der einzige Nachtklub in Liechtenstein, das «Schaanel» im Industriegebiet in Schaan, hat für heute keine Wiedereröffnung geplant. «Die Ungewissheit, wie der Betrieb unter diesen Umständen funktionieren kann, ist noch zu gross», sagt Klubbetreiber Leonardo Simione auf Anfrage.

Normalerweise doppelt so viele Gäste im Klub

Maximal 100 Personen dürfen sich nach Liechtensteiner Verordnung im Nachtklub aufhalten. Normalerweise befinden sich bis zu 200 Gäste im «Schaanel». Ein Schutzkonzept sollte ausgearbeitet werden. Wie Simione sagt, ist er mit verschiedenen Stellen in Kontakt. Aber es seien noch zu viele Fragen offen, wie die ganze Situation gehandhabt werden könne und ob es finanziell mit der 100-Personen-Regelung überhaupt rentabel sei. «Ich mache nicht einfach auf, damit offen ist. Es muss sowohl für die Gäste als auch in puncto Sicherheit alles passen.» Beispielsweise sieht er im Aussenbereich ein grosses Problem: Was, wenn sich eine Schlange bildet und der Abstand nicht eingehalten wird? Wie kann der Ein- und Auslass geregelt werden? Benötigt es Türsteher? Rentiert der Aufwand für nur 100 Gäste? Diese und weitere Fragen will der Betreiber zuerst alle geklärt haben.

Grosser Vorteil: Keine Sperrstunde

Auch wenn in der Schweiz 300 Personen in Nachtklubs und Discos erlaubt sind, sieht Simione einen grossen Vorteil gegenüber den Nachbarn: Während in der Schweiz eine Sperrstunde um 24 Uhr und in Österreich um 1 Uhr gilt, darf der Liechtensteiner Nachtklub unbegrenzt offen haben. «Die Erfahrungen zeigen, dass die Gäste erst später ausgehen. Dann lieber mit 100 Personen geregelt arbeiten, als mit 300 und zwei Stunden später wieder schliessen müssen.» Dass die Regelung für die Schweizer Klubs nicht einfach ist, zeigt auch die Tatsache, dass viele Klubs noch nicht öffnen. «Der Grund dafür ist, dass die geltenden Abstandsregeln und die Einschränkung der Öffnungszeiten solch gravierende Einschnitte sind, dass diese nicht nur wirtschaftlich, sondern auch inhaltlich nicht umgesetzt werden können», schreibt beispielsweise die Zürcher Bar & Club Kommission.

Der Vorteil für das «Schaanel» könnte darin liegen, dass die Gäste eher ein Lokal aufsuchen, dass auch länger offen hat. «Das ist sicher positiv. Aber ich habe auch Angst vor einem Ansturm und wie ich diesen dann bewältigen soll, falls es so sein sollte», gibt der Clubbetreiber zu bedenken. Wann und wie das «Schaanel» wieder öffnen wird, das steht laut Leonardo Simione noch in den Sternen. Doch er will so schnell wie möglich den Betrieb wieder aufnehmen. «Die Leute sind heiss darauf, wieder in den Ausgang zu gehen. Viele fragen immer wieder nach, wann ich endlich wieder öffnen kann.» Der Klubbetreiber schaut trotz der schwierigen Situation in die Zukunft. Denn sein Nachtklub, der vergangenen November eröffnet wurde, hat einen guten Start hingelegt. «Es lief wirklich gut und das Konzept kommt an.» Nun hofft er, dass ein Schutzkonzept ausgearbeitet werden kann, das auch in der Theorie umsetzbar und wirtschaftlich rentabel ist. (manu)

06. Jun 2020 / 07:00
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