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    In Liechtenstein steht derzeit eine Senkung des Grundbedarfs nicht zur Diskussion.  (Stas_V)

Junge Bezüger im Fokus

In der Schweiz wird über die Kürzung des Grundbedarfs der Sozialhilfe diskutiert. Hierzulande steigen die Kosten zwar jährlich an, eine generelle Kürzung komme nicht in Frage.

In der Schweiz laufen die Diskussionen rund um die Sozialhilfe momentan heiss. Es geht dabei vor allem um die finanziellen Unterstützungsleistungen. Diese werden dann fällig, wenn eine Person die Kosten für den Lebensunterhalt nicht aus eigener Tasche bezahlen kann. Die wirtschaftliche Sozialhilfe übernimmt den Grundbedarf an Lebensunterhaltskosten sowie die wohn- und gesundheitsbedingten Kosten, insbesondere die Krankenkassenprämien, für den Bezüger – auch in Liechtenstein. Sie sichert das soziale Existenzminimum. Der Grundbedarf in der Schweiz ist aber absichtlich um 30 Prozent zu hoch angesetzt. Hält sich ein Bezüger nicht an die Regeln, kann ihm der Bedarf um bis zu 30 Prozent gekürzt werden. Nun gibt es kantonale Vorstösse, die den Bedarf beim untersten Limit ansetzen wollen – zeigt sich ein Bezüger kooperativ, könnte der Bedarf um bis zu 30 Prozent erhöht werden. 
 
«Gute Chancen, auf eigenen Beinen zu stehen»

In Liechtenstein ist es laut Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini nicht geplant, den Grundbedarf zu senken. Zum Grundbedarf gehören Ausgaben für Lebensmittel, Gesundheitspflege, Telefon oder auch Bildungskosten. Hierzulande gab es in den letzten Jahren einen anderen Ansatz als die generelle Kürzung des Grundbedarfs. So wurde die Möglichkeit eingeführt, nur bei nicht kooperativen Klienten unter 35 Jahren den Bedarf um bis zu 30 Prozent zu senken. «Gerade bei jüngeren Sozialhilfeempfängern ist es besonders wichtig, dass sie in eine Erwerbstätigkeit eingegliedert werden – insbesondere durch den Abschluss einer Ausbildung», erklärt Pedrazzini. Eben diese jungen Bezüger bereiten ihm Sorgen. Denn die meisten von ihnen hätten gute Chancen, auf eigenen Beinen zu stehen. Pedrazzini ergänzt: «Dazu benötigt es aber Anstrengungen seitens der Betroffenen.» Vom Amt für soziale Dienste, welches für die Sozialhilfe verantwortlich ist, werden die jungen Erwachsenen mit Geld, aber auch mit persönlicher Beratung unterstützt. Das Hauptklientel in Liechtenstein war im Jahr 2017 mit 47 Prozent  zwischen 26 und 45 Jahre alt. Die Zahlen für das Jahr 2018 wurden noch nicht ausgewertet, weshalb Andreas Hoop, Leiter Sozialer Dienst keine Angaben darüber tätigen kann.  

Die Sozialhilfequote in Liechtenstein ist tiefer, als jene im Schweizer Durchschnitt. Sie betrug 2017 in Liechtenstein 2,7 Prozent, in der Schweiz lag sie im Jahr 2016 bei 3,3 Prozent. Die Kosten für die wirtschaftliche Sozialhilfe in Liechtenstein lagen im Jahr 2017 bei rund 7,9 Millionen Franken. Ein Jahr zuvor waren es noch rund 7,2 Millionen Franken – ein Anstieg von rund 720 000 Franken. Die Kosten werden zu einer Hälfte vom Staat und zur anderen Hälfte von den Gemeinden getragen. Festgehalten werden kann, dass die Kosten für die wirtschaftliche Sozialhilfe in den vergangenen Jahren, laut Pedrazzini, im Durchschnitt um ungefähr fünf Prozent angestiegen sind. «Wir stellen fest, dass nicht in erster Linie die Klientenzahlen ansteigen, sondern dass die Verweildauer grösser geworden ist», erklärt der Gesundheitsminister und fügt an: «Offenbar dauert es länger, Personen aus der Sozialhilfe wieder in die finanzielle Eigenständigkeit zu bringen.» (qus)

12. Jan 2019 / 10:00
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