• Marcus Vogt
    FBP-Präsident Marcus Vogt.  (Daniel Schwendener)

«Ein Erdbeben für eine Partei»

Nach hundert Tagen im Amt zieht FBP-Präsident Marcus Vogt im Radio-Interview Bilanz. Er hadert mit den Querelen rund um Alt-Regierungsrätin Aurelia Frick.

«Ich bin mit Freude gestartet». Den Dialog habe er fördern wollen, Themen aufgreifen, Diskussionsrunden organisieren. «Doch das Thema Aurelia Frick hat alles überlagert», resümierte Marcus Vogt gestern im 100 Tage-Interview mit Radio L. Das lasse ihn etwas hadern, was ein Resümee angehe. Die wochenlangen Turbulenzen rund um geschwärzte Listen in den Ministerien der FBP-Regierungsrätin, welche am Ende im erfolgreichen Misstrauensantrag gipfelten, setzten auch seiner Partei zu. 

Freundschaft zwischen Vogt und Frick bleibt bestehen
«Natürlich ist das für eine Partei ein Erdbeben.» Es habe zahlreiche Reaktionen gegeben, wobei auch hier die negativen lauter gewesen seien als die positiven. «Das wünscht sich niemand», so Vogt. Doch man müsse halt auch dann Verantwortung übernehmen, wenn es unangenehm sei. Der FBP-Präsident hadert jedoch nicht nur mit der Partei, sondern mit der ganzen Situation, die weit über das Politische hinausgehe. «Da geht es um Freundschaft, um persönliche Beziehungen.» Er habe Frick in die Politik gebracht, sie begleitet und aufgebaut und über alle Jahre hinaus unterstützt. Dass dann genau zu dem Zeitpunkt, als er wieder Parteipräsident wurde, diese Entwicklung stattgefunden habe, bedauere er sehr, auch aus persönlichen Gründen. «Das tat sehr weh und tut es weiterhin.» Die Freundschaft zwischen dem Parteipräsidenten und der Alt-Regierungsrätin Aurelia Frick sei an der ganzen Geschichte aber nicht zerbrochen. «Es gibt aber sicher noch Klärungsbedarf.» 

Auf allen Seiten wurden Fehler gemacht
Vogt gestand aber auch Fehler ein. Am 14. Juni, kurz nach der Rücktrittsforderung der Unabhängigen, verkündete die damalige Regierungsrätin Frick, sie habe durchaus Lust, als Regierungschefin zu kandidieren. Am Abend verschickte das Präsidium der FBP eine gepfefferte Medienmitteilung, in welcher Fricks Ambitionen zunichtegemacht wurden. Dies würde er nicht mehr so machen, erklärte Vogt gestern. «Es wurden auf allen Seiten Fehler gemacht.»

In Sachen Nachfolge gibt es derzeit nichts Neues. Der Findungsprozess läuft noch, bis Herbst soll aber eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger feststehen. Dass die bewegte Vorgeschichte sich negativ auf die Kandidatensuche auswirken wird, glaubt Vogt indes nicht. Jenen Kandidatinnen und Kandidaten, mit welchen man Gespräche führen werde, werde man die Entwicklung erläutern, wie es so weit kommen konnte. «Das war ja nicht normal.» (ags)

01. Aug 2019 / 09:46
Geteilt: x
2 KOMMENTARE
Heuchlerisch...
Herr Vogt war ja schliesslich selber auf der geschwärzten Liste. So glaube ich schon, schmerzt es ihn, dass Frau Frick ihm keine Aufträge mehr erteilen kann. Den Rest soll sich jeder selber zusammenreimen.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 01.08.2019 Antworten Melden
Korrektur
Die Firma von Herr Vogt erschien auf den geschwärzten Listen!
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 01.08.2019 Antworten Melden

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