• Euro Money Bills Flying
    Fifties, twenties, ten and five Euro bills fly toward the camera.  (ratpack223)

Der Strom des Schwarzgeldes

Zehn Jahre nachdem die Zumwinkel-Affäre Liechtenstein erschütterte und die Schweizer Grossbank UBS fast unterging, ist die Ära des Schwarzgeldes endgültig vorbei. Trotzdem werden Zöllner noch immer fündig.

 

Im vergangenen Jahr stellte das Hauptzollamt Singen bei Bargeldkontrollen knapp 2,2 Millionen Euro an unangemeldeten Barmitteln fest. Für die Geldschleuser endete  die Fahrt aus der Schweiz in Richtung Deutschland mit 100 Bussgeldanzeigen. Zum Vergleich: In den Jahren zuvor waren es noch drei Millionen (2016). Im Jahr 2015 fingen die Zöllner alleine in Singen 2,8 Millionen an Bargeld ab. Dennoch zeichnet sich ein Trend ab. Die Zahl jener, die Geld an der Grenze nicht deklarieren, sinkt.
«Massgeblich für den Rückgang an Aufgriffen im Barmittelbereich ist der Umstand, dass die Schweizer Banken zu Beginn des Jahres 2015 ihre sogenannte Weissgeldstrategie umgesetzt haben», erklärt das Hauptzollamt Singen auf Anfrage. Dies bedeutete insbesondere für die ausländischen Konto-inhaber, dass lediglich noch die den zuständigen Heimatfinanzämtern gemeldeten Vermögen von den Schweizer Banken als Einlage akzeptiert worden sind. Die Fälle mit Anzeichen von Geldwäsche stiegen in den vergangenen Jahren dennoch: Von 62 Fällen im Jahr 2015 auf 100 im vergangenen Jahr.  

Aktivere Kontrollen

Beim Hauptzollamt Ulm kann Pressesprecher Hagen Kohlmann Entwarnung geben: «Wir können sagen, dass der Bargeldschmuggel für uns kein Thema mehr ist. Seit 2014 sind die Fälle, in denen Schwarzgeld 
im Ausland gebunkert wurde, stark zurückgegangen». 2015 waren es noch 160 Fälle mit 1,2 Millionen Euro und im vergangenen Jahr sank die Zahl der Fälle dann auf 29 mit insgesamt nur noch 330 000 Euro an Geldern, die an der dieser Grenze abgefangen wurden. «Man muss aber bedenken, dass der Bereich unserer Zollstelle Ulm, der die Schweiz und Liechtenstein betrifft, relativ klein ist», betont Kohlmann. Er sieht die Gründe des Rückgangs in den Daten-CDs, welche von Deutschland eingekauft wurden sowie durch die Whistleblower, die viel aufdeckten. «Berichterstattung und prominente Fälle haben dazu geführt, dass die Leute vorsichtiger sind», weiss Kohlmann. Es sei bekannt, dass aktiv kontrolliert wird. Das habe die Leute sicher auch steuerehrlicher gemacht, ist Kohlmann überzeugt. Diesen Effekt spürt der österreichische Zoll zwar auch, da die Zahl der Fälle leicht abnahm. Gesamt gab es im Zeitraum zwischen 2015 und 2017 aber noch immer 16 Fälle mit 707 760 Euro an nicht deklarierten Geldern. 

In den Fängen des Zolls
Die strengeren internationalen Gesetze und die Bemühungen der Finanzplätze Schweiz sowie Liechtenstein scheinen Wirkung zu zeigen. Bei der Überwachung des grenzüberschreitenden Bargeld- und Barmittelverkehrs in ganz Deutschland wurden im vergangenen Jahr noch immer 8,5 Millionen Euro festgestellt. In den Jahren seit 2014 ist damit kaum ein Rückgang zu verzeichnen. Allerdings muss erwähnt werden, dass nicht alles an Bargeld, das an der Grenze abgefangen wird, automatisch Schwarzgeld ist. (dal)

08. Jun 2018 / 21:13
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