• Female buying milk in supermarket
    Beim Einkaufen kann man die lokalen Bauern unterstützen. (Bild: iStock)  (bogdankosanovic)

Milch ist weniger wert als Cola

Die von den Verarbeitern bezahlten Preise für Milch decken kaum noch die Kosten der Milchbauern. In einem Inserat fordern sie nun, dass gehandelt wird. Eine Umstellung des Betriebs ist für die wenigsten eine Option.

«Liebe Milchverarbeiter und Detailhändler, auch wir müssen unsere Rechnungen bezahlen. Wir können nicht mehr länger gratis arbeiten!», heisst es in grossen Lettern in einem Inserat in der «SonntagsZeitung». Geschalten wurde die Anzeige vom Schweizer Bauernverband (SBV), den Schweizer Milchproduzenten (SMP) und den Junglandwirten. «Gebt uns nun endlich einen fairen Anteil an der Wertschöpfung: Zahlt einen Milchpreis, der dem gemeinsam abgemachten Richtpreis entspricht, und streicht die ungerechtfertigten Abzüge!», heisst es im Inserat weiter. 


Doch weshalb dieser Hilferuf? «Die Situation für viele Molkereimilchbauern ist schlimm. Viele legen bei der Milchproduktion drauf und leben von der Substanz», erklärt Reto Burkhardt, Sprecher der Schweizer Milchproduzenten SMP. Das könne nicht nachhaltig sein. Oft werde mokiert, die Bauern könnten ja statt Milch etwas andres produzieren, wenn sie mit dem Preis nicht zu frieden sind. Doch so einfach ist das nicht. «Diese Bauern haben die Strategie Milch gewählt und entsprechende Investitionen getätigt, die langfristig abgeschrieben werden. Eine solche Strategie kann man nicht von einem Tag auf den anderen ändern», sagt Burkhardt.

«Trotzdem geben rund tausend Milchbauern pro Jahr ihren Betrieb auf.» Diejenigen, die noch Molkereimilch produzieren, seien darauf angewiesen, dass der Richtpreis auch ausbezahlt wird. «Trotz aktuell gesundem Marktumfeld in der Schweiz und in Europa werden oft noch marktausgleichende Abzüge am Milchgeld getätigt.» Diese seien nun aber einfach nicht mehr gerechtfertigt. Diese Argumente müssen in die aktuell laufenden neuen Verhandlungen mitgenommen werden und die Milchverkäufer müssen nun die 65 Rappen vehement einfordern. Oft wird wegen den Abzügen weit weniger bezahlt. Auf das Inserat habe er aus den eigenen Reihen nur positives Feedback erhalten, so Burkhardt. (jeb)

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16. Jun 2017 / 16:50
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