• «Wer von uns ist heute noch in der Lage, seinen Kindern auch nur die alltäglichsten Dinge einfach und verständlich zu erklären?»

Ab in die Zukunft, aber wie?

Das neue Jahr steht vor der Tür. Viele von uns fragen sich, was es bringen wird. Ein Highlight auf globaler Ebene zu Beginn des neuen Jahres ist das WEF in Davos. Und auch hier fragen sich viele: Was bringt’s?

Die bekannte Physik-Nobelpreisträgerin Marie Curie soll einst gesagt haben: «Ich beschäftige mich nicht mit dem, was getan worden ist. Mich interessiert, was getan werden muss.» Genau dieser Frage, nämlich was getan werden muss, ist das kommende WEF gewidmet, welches vom 23. bis 26. Januar 2018 bereits zum 48. Mal in Davos stattfinden wird. Die globalen Bedingungen hätten sich dramatisch verändert: geostrategische Risse seien an mehreren Fronten aufgebrochen und hätten weitreichende politische, wirtschaftliche und soziale Konsequenzen, heisst es auf der offiziellen Internetseite des Forums. Unter dem Motto «Creating a shared future in a fractured world» werden sich Politiker und Wirtschaftsführer aus der ganzen Welt treffen, mit dem Ziel, Antworten auf die immer vielschichtigeren Herausforderungen unserer heutigen Welt für eine gemeinsame Zukunft zu finden.

«Think-and-do-tank»
Sicherlich kann man über den Sinn solcher und ähnlicher Veranstaltungen geteilter Meinung sein und sie als kostenverschlingendes «meet and greet» der globalen Elite abtun. Es dürfte aber ausser Frage stehen, dass wir heute in einer derart verkomplizierten Welt leben, in der kaum noch jemand den Durchblick hat und die wirtschaftlichen, technologischen und politischen Zusammenhänge, geschweige denn deren Auswirkungen auch nur ansatzweise versteht. Hand auf’s Herz: Wer von uns ist heute noch in der Lage, seinen Kindern auch nur die alltäglichsten Dinge einfach und verständlich zu erklären? Trotz all unseres Wissens und Google: Sind wir als Einzelne nicht alle überfordert und müssen uns eingestehen, dass wir die anstehenden Herausforderungen nur gemeinsam bewältigen können? – Und es sind nicht wenige.

Das WEF hat denn auch gleich deren 14 sogenannte Systeminitiativen definiert, die von Konsum, Digitalisierung, Mobilität, über Themen wie Umwelt und Gesundheit bis hin zur Geschlechtergleichstellung reichen. Dass es dabei nicht nur bei einem Lippenbekenntnis bleiben soll, sondern effektiv um Massnahmen geht, demonstriert, dass nicht nur über Gleichstellungsfragen diskutiert werden soll, sondern sich gleich sieben Frauen den Vorsitz des kommenden Jahrestreffens teilen. Das WEF selbst bringt seit 10 Jahren mit Unterstützung von 750 Experten jeweils im Vorfeld den WEF-Risikobericht heraus und zeigt darin die 30 grössten Risiken sowie die zugrundeliegenden Trends auf. Im letzten Risikobericht gehörten dazu allen voran soziale Instabilitäten, Regierungs- bzw.- Führungsversagen, Klima- und Unwetterrisiken sowie Cyberattakten. Nach all dem, was wir im Jahr 2017 erlebt haben, haben sich die «Vorhersagen» durch das WEF durchaus bestätigt; und die Trend- und Risikolandkarte dürfte im 2018 wohl nicht anders aussehen.
 
Andererseits machen sich viele internationale Unternehmen ebenso Gedanken auf das Davoser-Forum hin. So hat kürzlich die Beratungsfirma EY als Diskussionsbeitrag ein Video mit ihrem Global Chairman und CEO, Mark A. Weinberger, publiziert. Demgemäss würden 67 Prozent der institutionellen Investoren heutzutage von den Unternehmen erwarten, dass diese neue Innovationsprojekte hervorbringen, um die Wirtschaftsentwicklung voranzutreiben. Weiter kommt EY zum Schluss, dass das weltweite Pro-Kopf-Einkommen bis 2025 um 26 Prozent zunehmen würde, wenn Frauen die gleichen Arbeitsbedingungen hätten wie Männer. Und last but not least seien 87 Prozent der Wirtschaftsführer fest davon überzeugt, dass Unternehmen langfristig erfolgreicher sind, wenn ihr Wirken nicht nur auf Profit ausgelegt ist.

Aufbruchstimmung herrscht
Blicken wir also mit Zuversicht ins neue Jahr und auf das WEF. Das Bewusstsein ist vorhanden, dass Innovation, Nachhaltigkeit und Diversität der Schlüssel zum Erfolg sind. Und es besteht Einigkeit über den dringenden Handlungsbedarf für eine bessere Zukunft. Oder wie es der deutsche Journalist Franz Alt zu sagen pflegte: «Zukunft ist kein Schicksalsschlag, sondern die Folge der Entscheidungen von heute.»

22. Dez 2017 / 15:30
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