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    Pierin Vincenz, Vorsitzender der Geschaeftsleitung, spricht an der Bilanzmedienkonferenz der Raiffeisen Gruppe, am Freitag, 27. Februar 2015, am Hauptsitz in St. Gallen. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)  (GIAN EHRENZELLER)

Liechtenstein ermittelt in der Affäre Pierin Vincenz

Seit 45 Tagen sitzt der ehemalige Raiffeisen-Chef, Pierin Vincenz, in Untersuchungshaft. Nun hat die Zürcher Staatsanwaltschaft im Fall Vincenz die Amtskollegen im Fürstentum um Rechtshilfe ersucht.
Der ehemalige Chef der Raiffeisen, Pierin Vincenz, sitzt zusammen mit Beat Stocker seit 45 Tagen in Untersuchungshaft. Der Verdacht: Vincenz soll im grossen Stil abkassiert haben – etwa bei Firmenübernahmen der Kreditkartengesellschaft Aduno. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Nun führt eine Spur nach Liechtenstein. Der ebenfalls seit vier Wochen inhaftierte ehemalige Aduno-CEO Beat Stocker war im Verwaltungsrat und Zeichnungsberechtigter der Aktiengesellschaft «I. C. H. Invest & Consulting Holding» mit Sitz in Mauren. 
 
Staatsanwaltschaft bestätigt Ermittlungen
Anfang 2015 soll die I. C. H. von einem Konto der LGT in Vaduz eine tiefe Millionensumme auf ein Konto bei der Bank Julius Bär gezahlt haben, das auf Pierin Vincenz lautete. Darüber berichtet «Inside Paradeplatz». Robert Wallner von der Liechtensteiner Staatsanwaltschaft bestätigt zwar, dass Liechtenstein in den Fokus der Ermittlungen gerückt ist: «Die Staatsanwaltschaft Zürich hat um Rechtshilfe ersucht. Das Verfahren ist beim Landgericht in Vaduz anhängig.» Zu den mutmasslichen Zahlungen selbst will er aber nichts sagen. 
 
Ungereimtheiten zu Zahlungen
Die Ermittler werden nun der Frage nachgehen, warum Beat Stocker an einer Aktiengesellschaft in Liechtenstein beteiligt war und ob tatsächlich Gelder zu Vincenz flossen. Ob die Zahlung in einem Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen Vincenz stehen, ist noch nicht klar. Fest steht aber: Stocker war laut Handelsregisterauszug bis Anfang 2013 Verwaltungsrat der Liechtensteiner Gesellschaft und wurde dann von der Treuhänderin Olga Bühler vom Intromex Treuunternehmen abgelöst. Offiziell taucht Stocker später nicht mehr auf. Der frühere Raiffeisen-Chef soll Stocker jahrelang mit Beratungsaufträgen versorgt haben. Offenbar flossen Millionen von Franken.
Gegründet wurde das Unternehmen in Mauren mit dem Zweck, Management-Dienstleistungen zu erbringen und Beteiligungen zu halten. Die Gesellschaft wurde im Mai 2015 gelöscht. Sie wurde aber bereits mit Beschluss der Generalversammlung vom November 2014 aufgelöst und befand sich in Liquidation. Demnach sehen Liechtensteiner Brancheninsider es als fragwürdig an, ob eine grössere Zahlung aus Liechtenstein tatsächlich Anfang des Jahres 2015 erfolgt sein kann. Die LGT konnte sich bislang auf Anfrage dazu nicht äussern. 
 
Mit den neuen Erkenntnissen stehen nun auch Ermittlungen in Liechtenstein an. Zwischen dem Banker Vincenz und dem Marketing-Manager und Berater Stocker soll sich über Jahre eine Freund- und Komplizenschaft entwickelt haben. So soll Vincenz die treibende Kraft hinter Stockers Ernennung zum Chef des Kre-ditkartendienstleisters Aduno gewesen sein. Jener hat 2007 die Commtrain Card Solutions übernommen. Zwei Jahre später wurde diese mit Aduno, die zu gut einem Viertel von Raiffeisen kontrolliert wird, fusioniert. Die Staatsanwaltschaft hegt den Verdacht, dass sich Vincenz 2007, damals Verwaltungsratspräsident von Aduno, im Vorfeld der Transaktion privat an Commtrain beteiligt hat und dann ebenfalls Kasse gemacht hat. (dal)
12. Apr 2018 / 21:17
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