• Medicnova
    Auch die Medicnova-Klinikdirektorin Anita Basu wird einen neuen Job suchen müssen.  (Tatjana Schnalzger)

47 Angestellte verlieren ihren Job

Der Konkurs der Medicnova Privatklinik AG bedeutet für 47 Angestellte, dass sie sich einen neuen Job suchen müssen. Ein Verkauf an einen ausländischen Interessenten sei aufgrund der fehlenden OKP-Zulassung in der kurzen Zeit nicht mehr möglich gewesen.

Bis zuletzt versuchten die Verantwortlichen der Medicnova Privatklinik AG den Betrieb in Bendern zu retten. Ohne Erfolg. Gestern kurz nach dem Mittag teilte Verwaltungsratspräsident Hansjörg Marxer mit: «Es ist ein schwerer, aber ein notwendiger Schritt, da der Medicnova aufgrund zu geringer liquider Mittel Zahlungsfähigkeit droht. Um noch möglichst viele Verpflichtungen erfüllen zu können, sind wir gezwungen, Konkurs anzumelden.» 

Der Anwalt der Klinik, Peter Wolff, hat gestern den Antrag zur Eröffnung eines Konkursverfahrens beim Landgericht eingeleitet. Damit ist nach gerade einmal eineinhalb Jahren nach der Eröffnung der Klinik in Bendern bereits wieder Schluss. Der Konkurs kommt nicht aus heiterem Himmel. Bereits im März war klar, dass die Klinik vor dem Aus steht. Aufgrund fehlender Fallzahlen mussten Stellen abgebaut werden. Damals erklärte die Klinik, dass ohne OKP-Zulassung «der Betrieb über kurz oder lang eingestellt werden muss». Über diesen Antrag hat die Regierung am 19. Juni nach zweieinhalb Jahren abschlägig entschieden. Diese «willkürliche Entscheidung», wie sie Hansjörg Marxer gestern gegenüber Radio L bezeichnete, habe der Klinik schliesslich den Todesstoss versetzt. In den letzten Wochen sei nichts unversucht geblieben, die Klinik zu retten. 

Marxer: Sind an «politischer Willkür» gescheitert

Auch ein Verkauf ins Ausland stand zur Diskussion. «Die Ablehnung unserer OKP-Anträge für die landesweit einzig von uns angebotenen Bereiche Kardiologie und Gefässchirurgie hat jedoch die letzte Hoffnung zunichte gemacht, es doch noch schaffen zu können. Die aktuelle Finanzsituation lässt nun leider keinen weiteren Aufschub und damit keine weiteren Verhandlungen mit Interessenten mehr zu. Der Konkursantrag ist die einzige verantwortungsvolle Lösung, die uns bleibt», so Hansjörg Marxer. Schliesslich sei man dort gescheitert, wo «politische Willkür» beginne, erklärte Marxer gegenüber Radio L. Oberste Priorität hätten nun die Mitarbeiter. Insgesamt werden 47 Angestellte ihren Job verlieren. «Wir machen den Schnitt zu einem Zeitpunkt, wo wir alle wichtigen Verpflichtungen noch erfüllen können und der Betrieb noch sichergestellt ist. Wir als Verwaltungsrat müssen jetzt aufgeben – alles Weitere obliegt nun dem Masseverwalter», so Marxer. Es sei aber der schwierigste Tag gewesen, welchen er bisher erlebt habe.

Patienten sind «bestens versorgt»

Patientinnen und Patienten, die sich noch in der Klinik in Bendern befinden, sollen weiterhin «bestens versorgt» sein. Aus heutiger Sicht sei der Betrieb zumindest bis zur Einsetzung eines Verwalters gesichert. Mit Patienten, die zu Behandlungen angemeldet seien, würden die Ärzte individuelle Gespräche führen. (sap)

06. Jul 2018 / 22:00
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistkommentiert
Meistgelesen
23. Juli 2018 / 06:49
23. Juli 2018 / 13:02
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
CEV Beachvolleyball 2
Zu gewinnen 3 x 2 VIP-Tagespässe
20.07.2018
Facebook
Top