• Die Performance von nachhaltigen Anlagen stimmt.  (pd)

Nachhaltige Anlagen für nachhaltige Renditen

Nachhaltige Anlagen erfreuen sich immer grösserer Beliebtheit. Vielen Anlegern genügt es nicht, dass ihr Vermögen ausschliesslich im Rahmen einer Anlagestrategie, die Rendite- und Risikokennzahlen berücksichtigt, verwaltet wird.
Von Thomas Hemmerle*. 
Eine steigende Anzahl von Investoren möchte heute wissen und mitentscheiden, welche Pro-dukte mit ihrem Kapital hergestellt werden, vor allem aber, welche es nicht sein dürfen. Das Dreieck, bestehend aus den ökonomischen Kriterien Rendite, Volatilität und Liquidität, wird durch eine vierte Komponente, der Nachhaltigkeit, ergänzt. Aus ethisch- moralischen Überlegungen wird auf Investitionen in bestimmte Branchen, zum Beispiel Energiekonzerne (Atom- und Kohlekraftwerke), Rüstungsunternehmen oder auch Werte aus den Sektoren Bergbau, Tabak und Glücksspiel, verzichtet.
 
Ein weit verbreiteter Ansatz ist, dass Anbieter von nachhaltigen Anlagen mittels Ausschlusskriterien Vertreter aus heiklen Branchen von vornherein aus dem Universum möglicher Anlagen ausschliessen. In Ergänzung werden meistens weitere Konzepte angewendet. Auf Basis von Positivkriterien bewerten Rating- und Research Agenturen die verbleibenden Unternehmen. Ein in der Branche etablierter Begriff ist Environment Social Governance (ESG). Neben ökologischen Aspekten werden auch sozialgesellschaftliche Gesichtspunkte und die Art der Unternehmensführung bewertet. Das bedeutet, die im Universum verbleibenden Firmen müssen nicht ausschliesslich «Öko-Unternehmen» sein. Die Idee ist, in verantwortungsvolle Unternehmen zu investieren, die sich, gemessen an den ESG-Kriterien, durch eine hohe Nachhaltigkeit auszeichnen. 
 
Der Grossteil an nachhaltigen Anlagen wird heute von institutionellen Investoren (Pensionskassen, Versicherungen etc.) gehalten. Einer aktuellen Studie von Eurosif ist zu entnehmen, dass im europäischen Schnitt nur 3 Prozent auf Privatanleger entfallen. Die steigende Nachfrage von institutionellen Investoren ist nicht zuletzt durch Druck von aussen, etwa Nichtregierungsorganisationen (NRO), Medien oder Gewerkschaften, zurückzuführen. Aber auch Privatpersonen sind mittlerweile daran interessiert, dass ihre Pensionseinlagen gemäss nachhaltiger Kriterien investiert werden. Stiftungsräte von gemeinnützigen Stiftungen sehen sich ebenfalls vermehrt mit der Frage konfrontiert, wie die Vermögenswerte dieser Stiftungen in Zukunft verwaltet werden sollen. 
 
Gemeinnützige Stiftungen haben oftmals den Auftrag, mit ihren Fördergeldern nachhaltig zu wirken. So ist es nur konsistent, dass auch in der Vermögensanlage keine dem Stiftungszweck entgegenwirkenden Kriterien angewendet werden. Durch eine nachhaltige Anlagepolitik können Widersprüche und Reputationsrisiken vermieden werden. Würde zum Beispiel die Lungenliga eine konventionelle Anlagestrategie verfolgen, wäre es sehr wahrscheinlich, dass sich Anleihen oder Aktien von Tabakkonzernen im Portfolio befänden. Würden solche Unvereinbarkeiten bekannt, könnte dies eine Gefahr für den Spendenzufluss darstellen. Der bereits positive Wachstumstrend nachhaltiger Anlagen der vergangenen Jahre hat sich zuletzt nochmals deutlich akzentuiert. Trotz des starken Wachstums werden nachhaltige Anlagen auch heute noch oftmals mit einer schwachen Rendite in Verbindung gebracht. Viele Investoren sind nach wie vor skeptisch, obwohl diverse Studien das Gegenteil belegen. Eine durch die Neue Bank AG in Auftrag gegebene wissenschaftliche Studie bestätigt ebenfalls den Zusammenhang zwischen ökonomischem Erfolg in Form einer Mehrrendite gegenüber einem globalen Aktienindex und Nachhaltigkeit eindeutig. 
 
Seit 2009 bietet die Neue Bank AG die Vermögensverwaltungsstrategie Primus-Ethik an. Wie der Grafik zu entnehmen ist, liegt die erzielte Performance deutlich über dem Vergleichsindex MSCI World, welcher Aktien aus sämtlichen Branchen enthält. Seit 2009 erreichte das globale Aktienportfolio Primus-Ethik eine Rendite von 11,48 Prozent pro Jahr, während der MSCI World 9,11 Prozent jährlich rentierte. Trotz der offensichtlichen Vorteile nachhaltiger Anlagen gilt es zu beachten, dass im Rahmen der Asset Allokation nicht alle Anlageklassen zur Verfügung stehen. Hedge Fonds oder Rohstoffanlagen werden seit längerer Zeit, vor allem von institutionellen Anlegern, zur Diversifikation eingesetzt. Während es bei den Hedge Fonds erst wenige Anbieter gibt, die ESG-Kriterien befolgen, ist der Einsatz von Rohstoffanlagen als heikel einzustufen. Die Gewinnung von Rohstoffen erfolgt oft unter kritischen Arbeitsbedingungen. Aus diesem Grund werden nachhaltige Mandate im Vergleich zu Standardlösungen oft einfacher konzipiert. Unabhängige Anbieter ohne eigene Produkte wie die Neue Bank AG setzen Fonds, vor allem bei grösseren Mandaten, eher dosiert ein, was der Kostentransparenz und somit der Performance zugute kommt. In diesem Sinne ist die Vermögensverwaltungsstrategie Primus-Ethik nicht nur für Anleger interessant, die ihr Vermögen zwingend nach den erwähnten Kriterien verwaltet wissen möchten, sondern stellt aufgrund der bereits genannten positiven Eigenschaften auch für alle anderen Investoren eine äusserst sinnvolle Alternative dar. 
 


*Thomas Hemmerle,
Leiter Anlageberatung Neue Bank AG
26. Sep 2017 / 17:56
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