• Mehr als nur ein Trend – nachhaltige Geldanlage.  (pd)

Mit gutem Gewissen investieren

Warum nachhaltig investieren? Nachhaltigkeit bedeutet, auf wirtschaftliche, ökologische und soziale Belange Rücksicht zu nehmen. Damit soll eine langfristig ausgewogene und positive Entwicklung sichergestellt werden.
Von Alexander Putzer*. 

In den letzten Jahren haben sich die Themenbereiche Nachhaltigkeit und Verantwortung zunehmend zu wichtigen Kriterien für die Auswahl einer Veranlagung entwickelt. Unternehmen messen ökologischen und sozialen Themen sowie einer guten Unternehmensführung (Corporate Governance) immer mehr Bedeutung zu. Der Druck von aussen steigt.

Umgang mit Ressourcen
Mit Verantwortung investieren heisst, über den Tellerrand hinauszublicken und nicht nur rein wirtschaftliche Interessen zu verfolgen. Soziale und ökologische Sichtweisen treten in den Mittelpunkt. Dabei geht es nicht um Ideologien, sondern vor allem auch um die langfristige Erhaltung der natürlichen Ressourcen. Eine nicht nachhaltige Entwicklung wird in diesem Zusammenhang zum Risiko für das Unternehmen. Die Nachhaltigkeit eines Unternehmens hängt nicht allein von seinen Produkten ab. Ihre Bewertung berücksichtigt ebenso, wie es mit seinen Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern, Eigentümern, aber auch mit der Gesellschaft und der Umwelt umgeht.

Zukunftsfähige Unternehmen
Blickt man mehr ins Detail, so stellt sich Nachhaltigkeit sehr schnell als Qualitätsmass für Unternehmen und Emittenten heraus. Denn sehr häufig läuft eine gute Bewertung bei der Stakeholder-Analyse, bei der überprüft wird, wie das Unternehmen mit Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, der Umwelt etc. umgeht, parallel zu einer guten Bonität und einer gesunden Unternehmensentwicklung. Der mit dem Nachhaltigkeitsthema eng verbundene Begriff der «Zukunftsfähigkeit» kann dabei ins Treffen geführt werden. In jeder Branche gibt es Unternehmen, die sich aus Nachhaltigkeitssicht auszeichnen. Es geht nicht darum, in allen Belangen bereits perfekt zu sein, sondern darum, glaubhaft einen guten Weg zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Ressourcen einzuschlagen.

Höherer Marktanteil
Aktuelle Zahlen des Verbands Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) zeigen, dass im vergangenen Jahr gut 266 Milliarden Franken in der Schweiz nachhaltig angelegt waren. Das kommt einem Sprung nach oben von 39 Prozent gegenüber dem Vorjahr gleich. Mit 64 Milliarden Franken bringen es nachhaltige Anlagefonds in der Schweiz dabei auf einen Marktanteil von sieben Prozent, nach nur vier Prozent im Jahr davor. Ein grosser Teil des Wachstums geht generell auf das Konto institutioneller Anleger wie Pensionskassen,  Stiftungen und Versicherungen zurück.

Kein Ertragsnachteil für Anleger
Bei Privatanlegern ist nachhaltig investieren noch zu Unrecht von Vorurteilen besetzt. Vor allem ziehen Anleger Renditeeinbussen als gewichtigstes Argument ins Feld. Nachhaltige Investments hatten lange den Ruf, geringere Renditen als traditionelle Finanzprodukte zu erzielen. Diese Theorie gilt mittlerweile als widerlegt. Gesellschaftlich verantwortungsvoll zu investieren, kann genauso ertragreich sein wie eine herkömmliche Anlage. Denn aufgrund der zusätzlichen Informationen zur Nachhaltigkeit von Unternehmen kann – z. B. über eine genauere Risikoeinschätzung – die Performance mitunter sogar positiv beeinflusst werden. Wobei natürlich auch nachhaltige Investments – ebenso wie konventionelle Anlagen – den Entwicklungen an den Kapitalmärkten unterworfen sind und Kapitalverluste nicht auszuschliessen sind.

Möglichkeit der Einflussnahme
Nachhaltiges Investieren bietet nicht nur Grossanlegern die Möglichkeit der Einflussnahme auf verantwortliches Handeln der einzelnen Unternehmen, auch Kleinanleger haben mittlerweile eine gediegene Auswahl an nachhaltigen Investitionsmöglichkeiten. Sie können sich so entsprechend ihrer Risikoneigung für verantwortliches Anlegen in unterschiedlich ausgestalteten Fondsprodukten entscheiden. Zu beachten gilt, dass «nachhaltig» investieren nicht nur so deklariert wird, sondern es auch ist: nämlich im Sinne von sozial, ökologisch und ethisch.

Gütesiegel belegen Nachhaltigkeit
Da es für Anleger oft schwer zu durchschauen ist, welche der als «nachhaltig» bezeichneten Fonds tatsächlich nach nachhaltigen Kriterien im Sinne von sozial, ökologisch und ethisch gemanagt werden, sind Zertifikate und Gütesiegel gerade in diesem Segment besonders aussagekräftig. Für Anleger, die nachhaltig investieren wollen, kann sich daher ein genauer Blick auf etwaige Nachhaltigkeitssiegel lohnen.
 

*Dr. Alexander Putzer, MBA
Raiffeisen Privatbank Liechtenstein AG, Vorsitzender der Geschäftsleitung

26. Sep 2017 / 17:05
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